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Manganblau - ausverkauft, nicht mehr lieferbar!



Wehlte beschreibt dieses Pigment als das leuchtendste, kalte blau, welches denkbar ist und wegen seines hohen Sättigungsgrades im normalen Farbkreis nicht angetroffen wird. Das stimmt nun nicht mehr ganz, da er das neue Kobaltblau türkis hell noch nicht kannte. Aber auch durch Ausmischungen von Phthalocyaninblau (Heliogenblau) mit Weiss kann man diesem interessanten Ton nahekommen. Aus Kobaltblau türkis, hell und Kobaltblau lässt sich gleichsam ein akzeptabler Ersatzton ermischen. Die genormte Druckfarbe "Cyan" schliesslich kommt dem Manganblau gleichfalls sehr nah. Als reines Pigment, und das käme für Pastelltechniken in Frage, ist Manganblau allerdings nicht zu imitieren.

Bei Manganblau handelt es sich um einem Mischkristall aus Bariummanganat und -sulfat mit der Formel BaMnO4·BaSO4. Würde man auf das Bariumsulfat (Schwerspat) verzichten, dann hätte man sogenanntes Kasslergrün vorliegen, welches sich allerdings nicht als Künstlerfarbe etablieren konnte. Manganblau - auch die Bezeichnung Mangancölinblau ist üblich - ist als Bariumverbindugn leicht giftig. Dieser Tatbestand und Umweltprobleme bei der fabrikatorischen Fertigung mögen dazu geführt haben, dass diese Äusserst schöne Farbe seit einigen Jahren nicht mehr hergestellt wird! Noch erhältliche Manganblau-Tubenfarbe dürfte aus Restbeständen gefertigt werden. Ob eine Eigenherstellung aus Lösungen von Kaliumpermanganat und Bariumnitrat mit Natriumsulfat bei anschliessendem Glühen, Waschen und Feinmahlen zu den gewünschten Resultaten führt, bleibe dahingestellt.

Manganblau verfügt über eine relativ geringe Färbekraft und hat in Öl ziemlich lasierenden Charakter. Aufgrund des Anteiles an Schwerspat (blanc fixe) hat die Farbe allerdings eine etwas seifige Konsistenz. In Aquarell ist Manganblau ganz besonders reizvoll, das hohe spezifische Gewicht des Pigmentes bewirkt aber gerne ein Absetzen in den Vertiefungen der Papiernarbung, was oft zu ungewollten Strukturen führt.

Der Tatbestand, dass Manganblau nicht mehr hergestellt wird, wiegt umso schwerer da es sich hier um eine universell einsetzbare Farbe handelt, so auch auf der Wand!

Manganblau wurde als Pigment erstmals 1907 dargestellt und seit etwa 1930 in Uerdingen fabrikatorisch hergestellt. Aus diesem Grunde konnte es nur sehr kurze Zeit für Künstler verfügbar sein. Dass diese Farbe nun nicht mehr hergestellt wird, ist äusserst bedauerlich, da zahlreiche leuchtende Mischtöne durch Manganblau erzielt werden können.