
44150 Kobaltgrün, blaustichig, Rinmannsgrün
Ersatz : 44151 Kobaltgrün blaustichig A
Hierbei handelt es sich um ein sehr kaltes und helles Grün. In einigen Künstlerfarbsortimenten ist dieses Kobaltgrün in einer helleren kühleren und einer dunkleren, etwas wärmeren Nuance erhältnlich. Der Farbton lässt sich verhältnismässig leicht aus Chromxoidhydratgrün mit Weiss und einer Spur Schwarz nachmischen.
Chemisch wurde es früher als Kobaltzinkat aufgefasst. Heute neigt man dazu, dieses Grün als Kobalt-Zink-Mischoxid zu betrachten. Die ungiftige Farbe zählt zu den am längsten bekannten Mischoxidpigmenten. Sie ist völlig lichtecht und in allen Techniken ausser in Kalk, Zement und Silikat zu verwenden.
Es handelt sich um ein fast sandig anmutendes Pulver von sehr hoher spezifischer Dichte. Seine Färbekraft ist gering, wenngleich sich mit Gelb und auch Blau sehr schöne Mischtöne ergeben, setzt man es vorzugsweise für sich alleine verwendet ein. In reinem Zustand ist es ein leidlich deckendes Pigment. In Aquarell oder auch mit Harzfirniss verdünnt, hat es eine halb lasierende Wirkung mit einer auf das relativ grobe Korn zurückzuführenden Stofflichkeit. Gerade aus diesem Grund, sowie wegen der geringen Färbekraft ist diese Farbe für solche Zwecke interessant. In der Konsistenz mancher Sorten von Grüner Erde nicht unähnlich, lässt sie sich hervorragend mit dieser vermischen und in Lasuren einsetzen. Auch mit Siena Natur lassen sich sehr schöne, zurückhaltende Nuancen ermischen. Erwähnenswert ist auch der Umstand, dass man der hellen Variante des Rinmannsgrüns (von der das Pigment erhältlich ist), oder mit den oben angeführten Erdfarbenmischungen auf dunklen Untergründen heller lasieren kann, was eine zarte Schleierwirkung zur Folge hat.
In wässrigen Techniken genügt ein einfaches Durchspachteln des Pigments mit dem Bindemittel. In Öl muss jedoch im Porzellanmörser, oder besser, mit dem Glasläufer angerieben werden. Hierbei muss man darauf achten, dass die Farbe die genau erforderliche Menge an Öl enthält. Bei einer geringen Menge zuviel neigt sie zum Verlaufen, bei zu wenig Öl wirkt sie trocken, fast bröckelig und stumpf. Am sichersten ist es, zunächst wenig Öl mit der Spachtel einzuarbeiten und dann anzureiben. Ist die Farbe noch zu fest, sollte man Öl möglichst nur tropfenweise zusetzen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Soll in Tuben abgefüllt werden, ist auch hier ein Zusatz an Bienenwachspaste sinnvoll.
Kobaltgrün wurde erstmalig im Jahre 1780 von dem Schweden Rinmann
hergestellt und gegen Mitte des 19. Jahrhunderts verbessert. Seit dem
ersten Weltkrieg ist Rinmannsgrün kaum noch im Gebrauch, wenngleich
einige Firmen es noch in ihren Sortimenten führen. Die kaum bekannte
Farbe ist für alle interessant, die zarte, verhaltene Farbwirkungen
schätzen.
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