
Chromgrün PG 15 - ausverkauft, nicht mehr lieferbar!
Chromgrün, auch Zinnobergrün oder Russischgrün genannt, hat einen sehr grossen Nuancenreichtum. Im allgemeinen sind die Chromgrüntöne erheblich wärmer als das kalte Zinkgrün. Dunklere Nuancen sind kühler und leuchtender, hellere Nuancen, gerne unter Zinnobergrün geführt, spielen stark ins Oliv.
Bei diesen an sich sehr brauchbaren Farbtönen handelt es sich ebenfalls um ein Mischpigment. Statt des Zinkgelbes verwendet man hier unterschiedliche Nuancen von Chromgelb bis in den Orangebereich sowie Preussischblau. Das Preussischblau als Eisencyanfarbstoff nicht alkalibeständig ist, ist auch Chromgrün nicht als alkalibeständig zu betrachten. Weiterhin kann die Gegenwart von Sulfiden ungünstig sein. Chromgrün ist sowohl hitzebeständig als auch wetterbeständig und zeichnet sich durch gute Lichtechtheit aus.
Ansonsten ist es für Aquarell-, Leim-, Tempera-, Acryl- und Ölfarbe geeignet. Das Pigment deckt besser als Chromgelb oder Preussischblau alleine und besser als Zinkgrün. Es ist für lasierende Anwendungen weniger geeignet. Chromgrün lässt sich ohne grosse Mühen zu Farbe verarbeiten. Die technologisch nachteiligen Wirkungen von Preussischblau fallen hier nicht ins Gewicht, da beide Pigmente gründlich miteinander verkollert wurden. (Selten gibt es eine leichte Tendenz der beiden Ausgangspigmente, sich wieder voneinander zu trennen, was durch die unterschiedliche Korngrösse von Chromgelb und Preussischblau bedingt ist.)
Wer dennoch mit echtem Chromgrün arbeiten möchte, dem bleibt nichts anderes übrig, als sich die gewünschten Töne aus den Grundkomponenten selbst zu ermischen. Darüber hinaus bietet sich noch eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich die entsprechenden Nuancen zuzubereiten.
Da Chromgrün über sehr warme Nuancen verfügt, war seine Verwendung vor allem für Landschaftsmaler sehr praktisch, da das Abmischen von entsprechenden Tönen aus den gängigen Blaugrünnuancen oft als lästig empfunden wird. Überdies sollte man es kaum für möglich halten, wie viele Maler ernsthalte Probleme haben, wenn es um das Mischen von natürlich wirkenden Grüntönen geht. Ich wurde sehr oft erstaunt angeschaut, wenn ich Malern (auch Profis!) den Tip gab, einen Grünton zum Beispiel mit Orange oder einem Rotocker abzumischen, um ein natürliches Olivgrün zu erzielen.
Auf keinen Fall sollte man Chromgrün mit Chromoxidgrün verwechseln. Es handelt sich um ein grundverschiedenes Material.