
Titanweissherstellung nach dem Sulfatverfahren
Das 1915 von den Norwegern F. Farup und Dr. G. Jebsen entwickelte Verfahren zur Titandioxidherstellung wird seit 1919 industriell angewandt und ist bis heute von Bedeutung.
Das feingemahlene und angereicherte Titanerz wird mit konzentrierter Schwefelsäure aufgeschlossen, dabei reagiert das im Erz enthaltene Eisenoxid zu Eisensulfat, das Titanerz zu Titansulfat.
Bei diesem Prozess entstehen grosse Mengen an Schwefeldioxid, welches mit Natronlauge aber weitgehend neutralisiert wird, so dass heute nur noch verhältnismässig wenig Schwefeldioxid in die Umwelt gelangt.
Die Abtrennung des Eisensulfats vom Titansulfat erfolgt durch Kristallisation. Aufgrund seiner besseren Wasserlöslichkeit kristallisiert das Eisensulfat zu grünem Eisen(II)-sulfat aus, so dass es abgetrennt werden kann. Durch das Kochen in grossen Kesseln mit Wasser zerfällt das Titansulfat relativ leicht wieder in Titanoxidhydrat, welches nach einem aufwendigen Waschprozess in einem grossen, drehbaren Rohrofen bei 800 bis 1000° Celsius zu reinweissem Titandioxid geglüht wird.
Zur Verbesserung der optischen und physikalischen Eigenschaften werden die feinen Pigmentteilchen mit verschiedenen Substanzen und Verfahren nachbehandelt (z.B. erneutes Waschen, Mahlen oder Aufdampfen einer Schicht auf die Pigmentteilchen).
Siehe auch Chloridverfahren.
Quelle: www.seilnacht.tuttlingen.com
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