
56810 - 56830 Schwarzlicht-Farben - nicht mehr lieferbar!
Nach gängiger Definition gelten auch die sogenannten Schwarzlichtfarben als fluoreszeirende Leuchtstoffe. Im Gegensatz zu den Tagesleuchtfarben zeigen diese ihre Wirkung jedoch erst unter langwelligem UV, allgemein als Schwarzlicht bekannt. Bei Tages- oder Glühlampenlicht sehen sie unscheinbar blassgelblich/-grünlich aus. Gegenüber den Tagesleuchtfarben haben diese jedoch den Vorteil, dass sie als lichtbeständig eingestuft werden können. Das liegt daran, dass es sich hier nicht um organische Farbstoffe handelt, sondern um spezielle, sehr feine Zinksulfidkriställchen. Diese sind mit geringen Mengen von Schwermetallen wie Cadmium, aber auch seltenen Erden versetzt, welche die Kristalle unter UV zum Leuchten anregen.
Diese geringen Zusätze, Aktivatoren genannt, bedingen allerdings auch, dass diese Pigmente giftig sind. Im Gegensatz zu den bekannten Cadmiumpigmenten, wo als Cadmiumsulfid, bzw. -selenid sehr stabile Verbindungen vorliegen, handelt es sich hier um Cadmiumoxid, welches bei oraler Aufnahme im menschlichen Körper Schaden anrichten kann. Bei den Schwarzlichtpigmenten ist die Leuchtkraft unter einer UV-Quelle übrigens intensiver, als die der Tagesleuchtfarben.
Schwarzlichtfarben sind in Weiss, Gelb und Grün erhältlich. Das Weiss hat die Eigenschaft, unter schwachem Schwarzlicht in beige-bräunliche zu tendieren. Unter intensiver Bestrahlung jedoch erscheint es als warm wirkendes Weiss. Beim Gelb handelt es sich um einen voll gesättigten Ton, das Grün ist stark gelbstichig, wie man es zum Beispiel von Badezusatz kennt.
Die Pigmente sind verhältnismässig schwer und ziemlich grobkörnig. Aufgrund dessen ist die Ergiebigkeit ziemlich gering, weil sie verhältnismässig dick aufgetragen werden müssen, wenn eine durchgängige Farbschicht erzielt werden soll. Im Prinzip sind die Schwarzlichtpigmente sowohl für wässrige als auch für ölige Bindemittelsysteme geeignet. Bei den wässrigen Farben bietet sich eine Verarbeitung in Acrydispersion an, wenngleich auch Tempera oder Gouache denkbar wäre. Bei Ölfarbe und Öllacken sollte etwas Sikkativ zugesetzt werden, eine reine Kunstharzfarbe hingegen (z.B. Paraloid B 72) ist binnen kürzester Zeit trocken. Eine derartige Anwendung auf Tafelbildern ist deshalb interessant, da es ohnehin am sinnvollsten ist, derartige Spezialfarben in Malereien zuoberst aufzutragen. Gleichwohl in welcher Technik die Pigmente verarbeitet werden, man darf die Farbpaste keineswegs unter dem Glasläufer oder im Porzellanmörser anreiben, da hierbei die feinen Zinksulfidkriställchen zerstört würden, was die Leuchtwirkung beeinträchtigen würde. Daher sollte man lediglich gründlich mit einer Malspachtel arbeiten.
Interessant ist, dass diese Pigmente nicht nur untereinander, sondern auch mit den Tagesleuchtfarben beliebig gemischt werden können. Dadurch bietet sich die Möglichkeit einen nahezu stufenlose Farbpalette zu erstellen, wenn man zum Beispiel an Mischungen mit der weisse Schwarzlichfarbe denkt. Pastelltöne, wie Himmelblau oder Rosa sind mit den Schwarzlichtfarben alleine nicht zu erzielen. Ähnlich wie bei den Tagesleuchtfarben kann die Intensität der Schwarzlichtfarben durch Zugabe konventioneller Pigmente, wie zum Beispiel Weiss, reduziert werden, wodurch sich unter UV Dunkelstufen ergeben. Durch geschickte Kombination konventioneller Pigmente, Tagesleuchtfarben und Schwarzlichtfarben könnten Bilder entstehen, die unter verschiedenen Lichteinflüssen unterschiedliche Wirkungen haben.
Siehe auch allgemeine Informationen zu Leuchtfarben.