
Leuchtpigmente - allgemeine Informationen
Wissenschaftlich betrachtet zählen die Leuchtpigmente zu den sogenannten Leuchtstoffen.
Diese Stoffe sind zur Lumineszenz fähig, das heisst, dass diese Licht aussenden, was nicht durch hohe Temperatur
verursacht wird. Man spricht von "kaltem Leuchten". Entweder bildet bei einem Leuchtstoff eine Atom- oder
Molekülgruppe das Leuchtzentrum (Tagesleuchtfarben) oder aber ein bestimmter Aktivator (radioaktive Zusätze)
oder der ganze Festkörper wird durch Gitterstörungen beziehungsweise durch Dotieren mit Fremdstoffen aktiviert.
Bei Kristallen kann nach Erregung durch elektromagnetische Strahlung (Licht, UV) Nachleuchten auftreten, welches
Sekundenbruchteile bis Monate dauern kann.
Man unterscheidet nach ihrem Verhalten selbstleuchtende Leuchtpigmente (Automluminophore) und nachleuchtende
Leuchtpigmente (Phosphore - nach der Eigenschaft des elemntaren weissen Phosphors, im Dunkeln zu leuchten).
Werden Phosphore durch sichtbares Licht und/oder UV angeregt, spricht man von fluoreszierenden Stoffen,
wenn diese maximal 1/1000 Sekunde nachleuchten. Bei längerem Nachleuchten handelt es sich um phosphoreszierende
Leuchtstoffe. Phosphoreszierende Dauerleuchtstoffe enthalten Zusätze an radioaktivem Material. Die unsichtbare
radioaktive Strahlung wird in sichtbares Licht verwandelt.
Die künstlerische Anwendung von Leuchtfarben wird von vielen mit dogmatischer Engstirnigkeit abgelehnt. Solche
Standpunkte sind jedoch rein subjektiver Natur. Schliesslich muss jeder für sich selber entscheiden, was er für
ästhetisch hält und welche Wirkungen er im Kunstwerk erzielen möchte. Da diese Pigmentgruppe in entsprechenden
Abhandlungen übersehen oder schlichtweg ignoriert wird, möchte ich hier eingehender darauf Rücksicht nehmen.
Für Anwendungen in malerischer oder gestaltalterischer Praxis kommen praktisch drei verschiedene Pigmentgruppen,
theoretisch vier in Frage.
56000 - 56400 Tagesleuchtfarben
In den späten Sechzigern dieses Jahrhunderts kam eine Gruppe extrem leuchtstarker Farbstoffe auf den Markt,
die bislang völlig unvorstellbar waren. Diese Pigmente, beziehungsweise die daraus bereiteten Farben, scheinen
von innen heraus zu leuchten. Im Volksmund nannte man sie damals "Schockfarben", heute wird gerne die unsinnige
Bezeichnung "Neonfarben" gewählt. Auch die Bezeichnung "Phosphorfarben" ist schlichtweg falsch, weil diese
überhaupt kein Phosphor enthalten! Korrekt hingegen die Bezeichnung "fluorezierende Farben".
Wie oben bereits erwähnt, lassen sich diese Farbstoffe durch sichtbares Licht sowie unsichtbares UV anregen.
Das bedeutet, dass kurzwellige Strahlung (UV und blaue Lichtanteile) von einer für die Fluoreszenz
verantwortlichen Atomgruppe innerhalb des kompliziert aufgebautem organischen Farbstoffmoleküls in
längerwelliges sichtbares, beziehungsweise auffälligeres Licht umgewandelt werden. Deshalb scheinen diese
Pigmente besonders intensiv in der Dämmerung, wenn der Lichtanteil stark gegen Blau verschoben ist, zu leuchten.
Einen noch stärkeren Effekt hat man, bei Bestrahlung mit Blaulicht oder sehr kurzwelligem Blaulicht mit weichem
UV, wie man es zum Beispiel bei sogenannten "Schwarzlichtlampen" findet. In Diskotheken und Partyräumen macht
man sich diese Eigenschaft häufig zu Nutzen. Das kurzwellige, gerade noch wahrnehmbare Licht, lässt alle
fluoreszierenden Stoffe in der entsprechenden Eigenfarbe aufleuchten, während andere, bei normalen Licht
brillante Farben nur noch in entsprechenden Grauwerten wiedergeben werden.
In der Praxis werden diese Farben häufig als Signalfarben verwendet, so zum Beispiel bei Arbeitsanzügen oder
bei Einsatzfahrzeugen bei der Feuerwehr, weil man diese auch bei trübem Wetter, bei Licht also, welches einen
hohen Blauanteil enthält, sehr gut sehen kann. In romanischen Ländern sind Tagesleuchtfarben sehr beliebt zum
Gestalten von Plakaten.
Auch zur Gestaltung von Bucheinbänden, Spielzeug und Sportkleidung werden diese Farbstoffe gerne verwendet.
Hierzulande neigt man ansonsten dazu, diese Farben als Geschmacksverirrung abzutun - aber der Zweck kann
durchaus die Mittel heiligen!
Die organischen Farbstoffe sind verhältnismässig preiswert und ziemlich ergiebig, dazu völlig ungiftig.
Allerdings haben sie einen graviernden Pferdefuss: Die Lichtbeständigkeit ist nicht sehr gross! Werden diese
Pigmente dem Tageslicht jedoch weniger ausgesetzt, ist die Haltbarkeit durchaus tragbar.
Tagesleuchtfarben sind in acht Farbtönungen erhältlich: Blau, Grün, Zitronengelb, Goldgelb, Orange, Ziegelrot,
Flammrot, Cyclamrot. In Sortimenten für Künstlerfarben sind diese Leuchtfarben nicht enthalten, wohl aber
häufig mit der Zusatzbezeichnung "fluoreszierend" oder "Fluoreszenz-" in Farbsortimenten für Kinder, für
graphische Zwecke, in Bunt- und Filzstiften, so vor allem als sogenannter Textmarker, abr auch als Sprühlacke
zur Dekoration von Fahrzeugen oder für den Modellbau.
Die Pigmente lassen sich ohne grössere Probleme zu Künstlerfarben, gewünschter Qualität verarbeiten.
Wie bei anderen organischen Pigmenten ist bei wässrigen Techniken ein vorheriges Benetzen mit Alkohol
empfehlenswert, was jedoch beim Anspachteln mit Dispersionen nicht erforderlich ist. Bei der Herstellung von
Ölfarbe genügt gleichfalls ein Anspachteln, aus Gründen der Homogenität und möglichst geringen
Bindemittelgehaltes sollte man jedoch bei Herstellung von Tubenfarben mit dem Glasläufer anreiben. Auch die
Herstellung von Lacken oder Kunstharzlacken ist unproblematisch. Interessant ist aber die Tatsache, dass
Tagesleuchtfarben in Öl oder Lack ihren Farbton ins Warme verschieben, das heisst, dass zum Beispiel das kalte,
balustichige Cyclamrot sich ein wenig in Richtung Orange verschiebt, usw.. Das liegt daran, dass das Öl,
beziehungsweise das Kunstharz, einen Grossteil der kurzwelligen Lichtbestandteile herausfiltert, was aber
auch den Vorteil hat, dass dadurch die Lichtbeständigkeit ein wenig verbessert werden kann.
Für künstlerische Zwecke, vor allem in der Op- und Pop-Art der späten Sechziger/frühen Siebziger wurden
Tagesleuchtfarben nicht selten eingesetzt. Sehr bemerkenswert ist die Verwendung in einem fotorealistischen
Kunstwerk eines Amerikaners, welches in Köln im Wallraf-Richartz-Ludwig-Museum hängt. Hier wurde die Fassade
einer Pizzeria dargestellt. Die Neon-Leuchtreklame wurde vom Künstler zum Schluss mit Tagesleuchtfarben angelegt.
Man hat den verblüffenden Effekt, dass man glaubt, die Reklame würde tatsächlich leuchten! Wie der eine oder
andere schon öfter festgestellt hat, ist es praktisch unmöglich, mit konventionellen malerischen Mitteln
gewisse Leuchteffekte im Bild darzustellen. Als Beispiel mag uns hier eine grüne oder rote Verkehrsampel dienen.
Um den Leuchteffekt bei konventionellen Farben überzeugend darzustellen, ist man gezwungen, die gesamte
Umgebung in der Bildkomposition entsprechend dunkel zu halten, was nicht immer im Sinne des Künstlers sein kann.
Eine andere Möglichkeit wäre die Steigerung des Farbkontrastes durch die entsprechende Komplimentärfarbe.
Das Ergebnis wäre jedoch eine ziemlich expressive Farbigkeit, die auch nicht immer wünschenswert ist. Auf der
anderen Seite kann es ästhetisch sehr gefährlich werden, mit diesen Farbstoffen zu arbeiten, da sehr bald eine
Grenze der künstlerischen Glaubwürdigkeit überschritten ist. Somit bedarf es eines ausgesprochenen Feingefühls,
um optimale und glaubhafte vertretbare Wirkung zu erzielen. Bei ungeplantem Einsatz von Tagesleuchtfarben stellt
sich sehr schnell ein gewisser Gewöhnungseffekt ein, der konventionelle Farben, und sei es selbst das
strahlendste Rot, nur noch wie ein unscheinbares Braun oder Grau erscheinen lässt. Ein ebenso vertretbarer
sowie interessanter Anwendungsbereich ist es übrigens, gewisse Bildpartien mit Tagesleuchtfarben zu untermalen,
um sie schliesslich mit konventionellem Material mehr deckend , halbdeckend oder lasierend zu überarbeiten,
was zu einem eigenartigen, unergründlichem Leuchten führt. Zu diesem Zweck ist selbstverständlich auch eine Verarbeitung von Tagesleuchtfarben, so anachronistisch wie es anmuten mag, zu
Temperafarbe möglich, die gefirnisst und weiter übermalt werden kann.
Tagesleuchtfarben weisen aber noch weitere interessante Erscheinungen auf. Ist die Farbigkeit die
Tages- oder auch Kunstlicht hinlänglich bekannt, stellt man bei Schwarzlicht fest, dass eine
Farbtonverschiebung auftritt. Das Blau, bei Normallicht eher im Bereich von Phthalocyaninblau, fluoresziert
nun im äusserst kurzwelligen Bereich und entspricht dem Ultramarinblau.
Das Grün behält seine Wertigkeit weitestgehend, während das Zitronengelb eindeutig als gelbstichiges Grün
erscheint. Goldgelb, Orange, Ziegelrot verschieben sich in Richtung Rot, die kälteren Rottöne erscheinen wärmer.
Bei Arbeiten , die für Schwarzlichtbedingungen vorgesehen sind, ist darauf Rücksicht zu nehmen.
Selbstverständlich lassen sich alle Tagesleuchtfarben untereinander mischen, auch reinste Violettöne aus Blau
und Cyclamrot. Will man ein unter Schwarzlicht neutrales Gelb erzielen, muss man eine Mischung aus Zitronengelb
und Goldgelb oder Orange vornehmen. Mischt man Tagesleuchtfarben, so tritt neben der in der künstlerischen
Praxis üblichen subtraktiven Farbmischung auch das Phänomen der additiven Farbmischung auf. Hierzu ein
verblüffendes, aber durchaus logisches Beispiel: Aus dem blaustichigen Cylcamrot und dem ungefähr
komplementärfarbigen fluoreszierendem Grün erzielt man ein schmutziges Braun. Unter Schwarzlicht jedoch
erscheint dieses Braun als ein volles Gelb, was allerdings nicht ganz die Reinheit einer Mischung aus
Zitronengelb und Goldgelb hat (dieses ist auf Verluste zurückzuführen, da die Pigmente nicht alles kurzwellige
Licht in Sichtbares umsetzen). Hier liegt dieselbe Gestezmässigkeit zugrunde, wie man sie praktisch beim
Farbfernsehen anwendet. Hier gilt der Grundsatz dass sich das emittierte Grüne Licht eines bestimmten
Wellenlängebereiches mit dem Roten Licht eines anderen Wellenlängebereiches zu Gelb "addiert", da Gelb
spektral betrachtet exakt zwischen Rot und Grün liegt! Eine vergleichbare Wirkung kann man erzielen, indem man
zwei Projektoren oder Scheinwerfern eine rote und eine grüne Lichtquelle übereinanderlegt. Streng genommen
zählt hier also nicht die Pigmentmischung, sondern die des emittierten Lichtes.
Tagesleuchtfarben lassen sich jedoch auch mit konventionellen Farben problemlos mischen, so zum Beispiel mit
Weiss. Hier erzielt man äusserst brillante Farbwirkungen bei Normallicht. Bei Schwarzlicht hingegen hat das
Weiss dieselbe Wirkung wie die jeder anderen nicht-fluoreszierenden Farbe: Die Luchtkraft wird gemindert und
man erhält Dunkelstufen des jeweiligen Ausgangstones.
Wie man sieht, bieten die Tagesleuchtfarben manche Überraschungen und dem experimentierfreudigen Künstler
ergibt sich eine Vielzahl von Möglichkeiten. Eine Palette von Farben ist erst dann vollständig, wenn man
wirklich jede gewünschte oder vorstellbare Wirkung erreichen kann!
56500 - 56650 Nachleuchtfarben
Wegen ihrer Eigenschaft, nach einer Belichtung nachzuleuchten, zählt man diese Pigmente zu den Phosphoren.
Kürzerwelliges Licht regt diese stärker zum nachleuchten an, als längerwelliges Licht mit einem stärkeren
Rotanteil. Auch die Dauer und die Intensität der Belichtung hat einen Einfluss auf die Stärke und Dauer des
Nachleuchtens. Ähnlich, wie bei den Schwarzlichtfarben handelt es sich um spezielle Zinksulfidkriställchen,
die mit entsprechenden Aktivatoren (Cadmium, Selen, Europium) versetzt sind. Daher sind diese durchaus
lichteechten Pigmente als giftig zu betrachten.
Nachleuchtpigmente wirken im übrigen unter Schwarzlicht. Sie sind in den Farben Grün, Rot, Blau erhältlich und
entsprechen den Grundfarben des Farbfernsehsystems. Durch entsprechende Kombination aller drei
Nachleuchtmpigmente lassen sich unter UV-Bestrahlung theoretisch alle Farbwirkungen erzielen, zu denen auch
das Farbfernsehen imstande ist. Da diese Leuchtstoffe Licht aussenden, werden hier additive Farbmischungen
vollzogen, das heisst Grün und Rot mischt sich zu Gelb, Blau und Grün zu Türkis, Rot und Blau zu Magenta.
Alle drei Farben schliesslich ergeben Weiss.
Nachleuchtpigmente haben bislang praktisch keine künstlerische Nutzung erfahren. Verwendung finden sie im allgemeinen für Lichtschalter, Markierungen aber auch für Spielzeug und Aufkleber. Zur Erzielung bestimmter Effekte, kann jedoch auch die Nutzung von Nachleuchtpigmenten im Bildinteressant sein. Die Möglichkeiten werden noch erweitert, wenn man diese Pigmente mit Schwarzlichtfarben und/oder Tagesleuchtfarben kombiniert.
56810 - 56830 Schwarzlicht-Farben - nicht mehr lieferbar!
siehe LUMOGEN-Farbstoffe
Nach gängiger Definition gelten auch die sogenannten Schwarzlichtfarben als fluoreszeirende Leuchtstoffe.
Im Gegensatz zu den Tagesleuchtfarben zeigen diese ihre Wirkung jedoch erst unter langwelligem UV, allgemein
als Schwarzlicht bekannt. Bei Tages- oder Glühlampenlicht sshen sie unscheinbar blassgelblich/-grünlich aus.
Gegenüber den Tagesleuchtfarben haben diese jedoch den Vorteil, dass sie als lichtbeständig eingestuft werden
können. Das liegt daran, dass es sich hier nicht um organische Farbstoffe handelt, sondern um spezielle, sehr
feine Zinksulfidkriställchen. Diese sind mit geringen Mengen von Schwermetallen wie Cadmium, aber auch seltenen
Erden versetzt, welche die Kristalle unter UV zum Leuchten anregen.
Diese geringen Zusätze, Aktivatoren genannt, bedingen allerdings auch, dass diese Pigmente giftig sind.
Im Gegensatz zu den bekannten Cadmiumpigmenten, wo als Cadmiumsulfid, bzw. -selenid sehr stabile Verbindungen
vorliegen, handelt es sich hier um Cadmiumoxid, welches bei oraler Aufnahme im menschlichen Körper Schaden
anrichten kann. Bei den Schwarzlichtpigmenten ist die Leuchtkraft unter einer UV-Quelle übrigens intensiver,
als die der Tagesleuchtfarben.
Schwarzlichtfarben sind in Weiss, Gelb und Grün erhältlich. Das Weiss hat die Eigenschaft, unter schwachem
Schwarzlicht in beige-bräunliche zu tendieren. Unter intensiver Bestrahlung jedoch erscheint es als warm
wirkendes Weiss. Beim Gelb handelt es sich um einen voll gesättigten Ton, das Grün ist stark gelbstichig,
wie man es zum Beispiel von Badezusatz kennt.
Die Pigmente sind verhältnismässig schwer und ziemlich grobkörnig. Aufgrund dessen ist die Ergiebigkeit
ziemlich gering, weil sie verhältnismässig dick aufgetragen werden müssen, wenn eine durchgängige Farbschicht
erzielt werden soll. Im Prinzip sind die Schwarzlichtpigmente sowohl für wässrige als auch für ölige
Bindemittelsysteme geeignet.
Bei den wässrigen Farben bietet sich eine Verarbeitung in Acrydispersion an, wenngleich auch Tempera oder
Gouache denkbar wäre. Bei Ölfarbe und Öllacken sollte etwas Sikkativ zugesetzt werden, eine reine Kunstharzfarbe
hingegen (z.B. Paraloid B 72) ist binnen kürzester Zeit trocken. Eine derartige Anwendung auf Tafelbildern ist
deshalb interessant, da es ohnehin am sinnvollsten ist, derartige Spezialfarben in Malereien zuoberst
aufzutragen. Gleichwohl in welcher Technik die Pigmente verarbeitet werden, man darf die Farbpaste keineswegs
unter dem Glasläufer oder im Porzellanmörser anreiben, da hierbei die feinen Zinksulfidkriställchen zerstört
würden, was die Leuchtwirkung beeinträchtigen würde. Daher sollte man lediglich gründlich mit einer Malspachtel
arbeiten.
Interessant ist, dass diese Pigmente nicht nur untereinander, sondern auch mit den Tagesleuchtfarben
beliebig gemischt werden können. Dadurch bietet sich die Möglichkeit einen nahezu stufenlose Farbpalette zu
erstellen, wenn man zum Beispiel an Mischungen mit der weisse Schwarzlichfarbe denkt. Pastelltöne, wie
Himmelblau oder Rosa sind mit den Schwarzlichtfarben alleine nicht zu erzielen. Ähnlich wie bei den
Tagesleuchtfarben kann die Intensität der Schwarzlichtfarben durch Zugabe konventioneller Pigmente,
wie zum Beispiel Weiss, reduziert werden, wodurch sich unter UV Dunkelstufen ergeben. Durch geschickte
Kombination konventioneller Pigmente, Tagesleuchtfarben und Schwarzlichtfarben könnten Bilder entstehen,
die unter verschiedenen Lichteinflüssen unterschiedliche Wirkungen haben.
Dauerleuchtfarben
Dauerleuchtfarben, bzw. Dauerleuchtstoffe werden auch Autoluminophore (=Selbstleuchtende) bezeichnet.
Wenngleich sie allgemein kaum in Frage kommen dürften, seien sie der Vollständigkeit halber erwähnt.
Es handelt sich um ähnliche Pigmente auf Zinksulfidbasis, wie die oben genannten. Diese enthalten jedoch
geringe Zusätze an radioaktiven Verbindungen. Hier wird die auf die Zinksulfidkristalle auftreffende
radioaktive Strahlung in sichtbares Licht umgewandelt. Früher verwendete man vorzugsweise Radiumpräparate.
Eine solche Farbe war natürlich äusserst giftig. Nachdem zahlreiche Erkrangungsfälle in den Betrieben
aufgetreten waren, die diese Farben (z.B. für Leuchtzifferblätter von Uhren) verarbeiteten, ersetzte man die
Radiumpräparate durch weniger gefährliche und nicht ganz so kostspielige Verbindungen, wie beispielsweise
Tritium oder Promethium.
Auch Thorium- und Uranverbindungen sind zur Aktivierung von Dauerleuchtpigmenten verwendbar.