KREMER Pigmente Logo

 

Indigo, synthetisch - nicht mehr lieferbar!



1878 gelang es Adolf Ritter von Baeyer als Erstem, den Farbstoff Indigo synthetisch herzustellen, der sich bis dahin nur aus bestimmten Arten der Indigopflanze gewinnen liess. 1897 wurde der erste synthetische Indigo in den Handel gebracht. Dem ging allerdings eine langjährige Entwicklungsarbeit und ein grosser Einsatz von Geldmittel voraus.

Der "König der Farbstoffe" wie das Indigo auch genannt wird, konnte zunächst nur aus Pflanzen gewonnen werden. Erst nachdem es gelungen war ihn synthetisch herzustellen, war es möglich ihn für die breite Anwendung zur Verfügung zu stellen. An diesem harten Weg war die BASF massgeblich beteiligt. Das "Bleu de Gènes", ein blau gefärbter Baumwollstoff, gab den Blue Jeans ihren Namen.

Aber nicht nur wirtschaftliche Vorteile hatte die Einführung des synthetischen Indigos, auch die Qualität hat sich dadurch verbessert. Der Indigo -Reingehalt bei der aus der Pflanze gewonnenen Farbstoff, bewegte sich um 50%. Dieser war stark schwanked, da der Anteil der Nebenprodukte sehr unterschiedlich war. Deshalb war es notwendig bei der Färbung eine ständige Anpassung des Färberezeptes an die jeweilige gelieferte Qualität vorzunehmen. Beim synthetischen Indigo hingegen gab es keine störenden Verunreinigungen, was den Färbeprozess um einiges erleichterte.

Das natürlich gewonnene Farbstoff Indigotin ist chemisch gesehen identisch mit dem synthetischen Produkt, weshalb der natürlich erzeugte Farbstoff aus Kostengründen in der industriellen Praxis kaum mehr eine Rolle spielt. Natürlicher Indigo wird übrigens auch von einer bestimmten Mutante des Pilzes Schizophyllum commune erzeugt; weitherhin ist es neben 6,6´-Dibromindigo im Antiken Purpur (von der Purpurschnecke gebildet) enthalten.

Synthetischer Indigo erscheint in Form von tief dunkelblauen Kristallen mit kupferrotem Glanz bzw. als dunkelblaues, körniges Pulver im Handel. In Wasser (auch in siedendem), Ethanol, Diethylether und auch in verdünnten Mineralsäuren ist der Farbstoff praktisch unlöslich. Zwar löst sich der Farbstoff in Nitrobenzol, Anilin und in geschmolzenem Naphthalin oder Phenol langsam auf, doch können solche Lösungen für die Färberei verständlicherweise nicht verwendet werden. Lediglich konzentrierte Schwefelsäure vermag Indigo unter Sulfonierung zu lösen, wobei bei kaltem Ansatz eine grüne, bei Erwärmen eine blaue Lösung entsteht. Indigo ist ab ca. 300° C sublimierbar und zersetzt sich oberhalb 390° C.

Siehe auch Indigotin.