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Benzine



Benzin ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene, allerdings unter sich ziemlich ähnliche Stoffe. Sie werden durch stufenweise (fraktionierte) Destillation aus den verschiedenen Erdölen gewonnen. Benzin ist kein chemisch einheitlcher Stoff wie z.B. Benzol, Äther usw., sondern im wesentlichen ein Gemisch von gesättigten, aliphatischen Kohlenwasserstoffen mit 5-12 C-Atomen, dem auch noch wechselnde Mengen von ungesättigten, naphthenischen und aromatischen Kohlenwasserstoffen beigemischt sein können.

Das gewöhnliche Benzin ist eine wasserhelle, leicht verdunstende, sehr feuergefährliche (Flammpunkt unter 21°), eigenartig riechende Flüssigkeit, die etwa zwischen 40° - 200° (gewöhnlich zwischen 80° - 130°) siedet. Die Benzine werden nach ihrem spezifischen Gewicht in Leicht-, Mittel- und Schwerbenzine eingeteilt. Für die Verwendung der Benzine bei der Lackfabrikation spielt deren Siedepunkt eine grosse Rolle. Für diese Zwecke kommt besonders das Lack- oder Schwerbenzin in Verwendung. Sein Siedepunkt liegt zwischen 130 und 190°, und der Entflammungspunkt ist mit 21° vorgeschrieben (Produktnummer 70420). Die Lackbenzine werden auch Testbenzine genannt. "Test" heisst in diesem Falle, dass sein Flammpunkt getestet=geprüft ist (Testpunkt:Flammpunkt). Ihr spez. Gewicht beträgt 0,71 bis 0,81. Das spez. Gewicht der Mittel- und Leichtbenzine ist geringer. Es sind Handelsbenzine, die meistens für Reinigungszwecke, zum Entfernen von Fett- und Ölfarbenflecken und zum Auflösen alter Anstrichfarben, zum Pinselwaschen usw. als sog. Waschbenzine Verwendung finden.

Als Verdünnungsmittel können solche Benzine aber nicht verwendet werden, da sie zu schnell verflüchtigen. Alle Benzine sind wichtige Lösungsmittel. Sie verdunsten, ohne Rückstand zu hinterlassen. Das Benzin ist sehr feuergefährlich. Benzindämpfe mit Lufft sindexplosiv. Aus diesem Grunde sind auch Benzine, die einen unter 21° liegenden Flammpunkt haben, in Bezug auf ihre Lagerung schärferen gesetzlichen Bestimmungen unterworfen. Eingeatmete Benzindämpfe sind gesundheitsschädlich.

In Wasser ist Benzin unlöslich, dagegen löst es sich leicht in absol. Alkohol, Äther, Chloroform usw. Benzin ist ein gutes Lösungsmittel für Fette, Öle und Harze.
Oberbegriff für Gemische von Kohlenwasserstoffen wie Gasolin, Testbenzin, Petrolehter, Waschbenzin, Terpentinersatz, Petroleum und für reine Kohlenwasserstoffe wie Pentan (C5H12), Hexan (C6H14), Heptan (C7H16), Octan (C8H18) usw.
Symbole: F = Entzündlich
Eigenschaften:
Farblose flüssigkeiten mit typischem Benzingeruch. Je nach Zusammensetzung sind sie leicht bis schwer flüchtig. Es sind brennbare Flüssigkeiten mit leicht entzündlichen Dämpfen. Die Dämpfe bilden mit Luft explosive Gemische, die schwerer sind als Luft. Entzündung durch heisse Oberflächen, Funken oder offene Flammen.
Gefahren für die Gesundheit:
Die Dämpfe haben betäubende Wirkung. Aufgrund der zum Teil sehr schnellen Verdunstung wird der Luftsauerstoff verdrängt, d.h. bei ungenügender Luftzufuhr können die Dämpfe Bewusstlosigkeit und Atemstillstand hervorrufen. Der Kontakt mit den stark entfettenden flüssigkeiten kann zu Hautreizungen und allergischen Erscheinungen führen.
Bemerkungen:
Benzine mischen sich nicht mit Wasser, sind bereits in geringen Konzentrationen wassergefährdend ("S"). Benzine sind meistgrosstechnische Erdölprodukte und enthalten Verunreinigungen, die wie z.B. Benzol die Giftigkeit stark erhöhen. Stets für gute Lüftung sorgen. Schutzhandschuhe aus geeignetem Material tragen, vor allem wenn Benzine in grossen Mengen verwendet werden. (vgl. auch Testbenzin, iso-Octan).

Siehe auch Informationen zu Petroleum.

Quelle: "Grosses Malerhandbuch" (1962) von Carl Koch