
63020, 63040 & 63045 Gelatine
Sehr reiner, vollkommen geruchloser und farbloser oder annährend farbloser Leim, der in Form von dünnen, durchsichtigen, glasartig glänzenden Tafeln (63040) in den Handel kommt. Erhitzt man die zerkleinerten Tafeln in Wasser auf dem Wasserbad (bei direktem Erhitzen würden sie anbrennen), so lösen sie sich unter Quellungserscheinungen bald zu einer mehr oder weniger zähen Flüssigkeit auf, die bei nachheriger Abkühlung sogar in 1%iger Lösung allmählich wieder zu einer Gallerte erstarrt.
In Alkohol und Äther ist Gelatine unlöslich. Der Zusatz von Alaun oder Formaldehyd vermindert die Wasserlöslichkeit.
Als feinste Leimprodukte gelten die farblosen Gelatinen, die in Plättchen oder neuerdings auch in Pulverform gehandelt werden. Die länger und weniger schonend erhitzten, stärker abgebauten und deshalb dunkleren Leimsude werden nach dem Abkühlen in Platten geschnitten und auf Netzen aufgetrocknet, wodurch sie einseitig die typischen Leimtafelabdrücke bekommen. Heute wird meist statt Tafelleim, der auch als Kölner Leim bezeichnet wird, in kontinuierlichem Betrieb Perlleim hergestellt, indem man die Leimbrühe durch Siebe in ein nichtwässriges Lösemittelgemisch von 5-6 m Flüssigkeitssäule fallen lässt.
Quelle: "Malmaterial und seine Verwendung im Bilde" (19. Auflage, 2001) von Max Doerner
Siehe auch allgemeine Informationen zu Leime,
und Rezepte unter : Leimfarbe für Wände (Innenbereich),
Leim für Abgusszwecke,
Rezept für Leimlösung.
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