
62110 Canadabalsam
andere Namen: "Kanadischer Terpentin", Balsam der Balsamtanne
Herkunft:
Canadabalsam ist heimisch in den nördlichen Staaten von Nordamerika und in Kanada.
Gewinnung vor allem aus der Provinz Quebec. Er wird aus den Rinden verschiedener Tannen
(Abies canadensis, A. balsamea) gewonnen.
Gewinnung:
In der Rinde der Stämme und den dickeren Ästen der Hemlockstanne kommen schon von
aussen sichtbare "Harzbeulen" vor, welche in der Zeit von Mitte Juli und Mitte August
mit der scharfen, schnabelförmigen Mündung eines kleinen, eigentümlich geformten Eisenkännchens
angestochen werden. Der Canadabalsam fliesst heraus und sammelt sich in dem Kännchen, das von
Sammlern täglich entleert und erneut in die Harzanschwellungen gesteckt wird.
Nach der Sammelsaison sollte der Baum 1-2 Jahre in Ruhe gelassen werden, da sonst kaum mehr Balsam
nachgebildet wird. Balsame sind Mischungen von ätherischem Öl mit Harz ("Oleoresine"), die bei den
Nadelbäumen auch Terpentine genannt werden.
Beschreibung:
Canadabalsam ist eine dickflüssige, sehr klebrige, in frischem
Zustand farblose bis leicht gelbliche Flüssigkeit, die bei längerem Stehen dunkler
gelb bis grüngelblich und zähflüssiger wird, bis schliesslich Erstarrung eintritt.
Canadabalsam ist klar, durchsichtig und bisweilen fluoreszierend.
Sein Geruch ist angenehm balsamisch-frisch, coniferenartig; der Geschmack etwas bitter und würzig.
Der Canadabalsam ist sehr leicht löslich in organischen Lösungsmitteln wie Benzol, Xylol, Toluol,
Chloroform und Schwefelkohlenstoff, während die Löslichkeit in absolutem Ethanol und in Ethanol 90%
unvollständig ist. Fast vollständig erfolgt die Lösung in Ether und Terpentinöl; mit Wasser dagegen
mischt sich der Balsam praktisch nicht.
Inhaltsstoffe:
Canadabalsam enthält 13 bis 14% Canadinsäure
(C20H38O2),
48-50% α- und β-Canadinolsäure (C19H30O2),
5% Canadoesen (C21H40O).
Anwendung:
Kanadische Indianerstämme behandeln mit dem Balsam Blutergüsse,
Verbrennungen und Wunden, Erkältungen und sogar Knochenbrüche.
In Kanada volkstümlich verwendet bei
Husten und Verletzungen. In der Parfümerie bisweilen benutzt als Fixativ für Kompositionen,
die einen frischen, kiefern-/fichtennadelartigen Geruch haben. Besonders geeignet für Seifenparfums,
die einen hohen Prozentsatz an Citrusölen enthalten. Auch gut in Cologne- und Verbena-Kompositionen
einsetzbar. Bekannt ist Canadabalsam in der Mikroskopie, wo er zum Einschliessen mikroskopischer
Präparate dient. Aufgrund der Dickflüssigkeit wird er meist mit Chloroform oder Xylol verdünnt gebraucht;
nach dem Festwerden wirkt der Balsam wie transparenter Hartlack. Technisch verwendet zum Kitten von
Linsen und als Kitt für optische Apparate (da er annähernd den gleichen Brechungsindex wie normales Glas hat).
Seltener verwendet als Lackbestandteil.