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58935 Laponite RD



Laponite ist ein Verdickungsmittel mit ausgeprägter Thixotropie für wässrige Systeme. Als synthetisches anorganisches Produkt wird es bereits bei der Herstellung gezielt mit den Eigenschaften ausgestattet, die für den jeweiligen Verwendungszweck erforderlich sind.

Laponite dient zum Einstellen der Viskosität und Thixotropie von Dispersionsfarben, Putzen und Klebern. Dank seiner hohen chemischen Reinheit wird es ebenso bei der Herstellung pharmazeutischer und kosmetischer Produkte eingesetzt, und selbst auf dem Ernährungssektor wird es verwendet.

Laponite senkt die Kosten und verbessert die Produktqualität

Gegenüber nichtsynthetischen Produkten bringt die Thixotropierung mit Laponite entscheidende Vorteile:

Struktur und Wirkungsweise von Laponite:

Laponite wird als weisses rieselfähiges Pulver geliefert, das - in Wasser dispergiert - ein Gel bildet. Bei den solbildenden Typen kann das Sol durch Elektrolyte oder in Gegenwart von Pigmenten, Kolloiden und Füllstoffen mit elektrolythaltigen Gruppen in ein Gel umgewandelt werden, falls der Produktionsprozess dies erfordert.

Laponite hat die Struktur eines Schichtsilikats. Der Abstand zwischen zwei benachbarten Schichten beträgt etwa ein Nanometer. Eingelagert in die Schichten sind Hydroxid- und - bei Laponite DF - auch Fluor-Anionen. Das entsprechende Kation ist Magnesium. Ein Teil des Magnesiums ist durch Lithium ersetzt; dadurch bleiben im Molekül einige für Magnesium vorgesehene Stellen unbesetzt. Das hat eine negative Ladung zur Folge, die durch austauschbare Ionen - meistens Natrium-Ionen - kompensiert wird. Auf diese Weise werden die einzelnen Schichten zusammen- und im Gleichgewicht gehalten. Die Natrium-Ionen befinden sich dabei zwischen den Schichten, also nicht im Molekülgitter.

Gelbildung

Beim Dispergieren von Laponite in Wasser werden die austauschbaren Kationen herausgelöst. Als Folge stossen sich die zurückbleibenden negativ geladenen Schichten gegenseitig ab. Durch Zugabe eines Elektrolyten wird diese negative Ladung jedoch so weit wieder vermindert, dass bevorzugt eine Bindung zwischen Schnittflächen und den schwach positiv geladenen Plättchenkanten. Die über Flächen und Kanten verbundenen Plättchen bilden die Form eines Kartenhauses. Die Gelstruktur bricht unter Schwerbeanspruchung leicht zusammen, baut sich aber beim Stehen schnell wieder auf.

Solbildung

Stabile flüssige Sole bis zu einer Konzentration von etwa 10% erhält man durch Laponite-Typen mit Schutzkolloid. Als Schutzkolloid fungiert ein mehrfach negativ geladenes Ion, das an de positiv geladenen Kanten der Schichten absorbiert ist dadurch die Gelbildung verhindert. Wird das Sol einem wässrigen, elektrolythaltigen System zugesetzt, verliert das Schutzkolloid seine Wirkung, und es bildet sich allmählich ein Gel.

Laponite für Dispersionsfarben, Putze und Kleber

Ein bedeutendes Einsatzgebiet für Lapnoite sind wässrige Systeme wie Dispersionsfarben, kunstharzgebundene Putze und Kleber. Laponite RD wird als Pulver der flüssigen Phase zugegeben. Quillt unter geringen Schwerkräften.

Physikalische Eigenschaften von Laponite RD (Durchschnittswerte)

Farbe: weiss
Siebrückstand auf DIN-Sieb 250 µm (in %): 1
Dichte (g/cm3): 2,53
Schüttgewicht (g/cm3): 1,0
Oberfläche (N2-Absorption, m2/g): 370

Chemische Analyse

SiO2 59,5
MgO 27,3
Na2O 3,8
Li2 0,8
Strukturbildendes Wasser 6,2
Trockenverlust bei 105° C 7,9
Wässrige Gele von Laponite RD sind nahezu klar und zeigen keinerlei Eigenfärbung; ihr pH-Wert liegt bei 8,2.

Anwendungsgebiete

Abbeizer, Aerosole, Antistatika, Bitumenmassen wasserhaltig, Dispersionfarben, Emaille (Glasfritten-Slurry), Fliesenkleber, Giesserei-Produkte, Glasuren, Haushaltsreiniger, Künstlerfarben, Papierstrichfarben, Pasten, Poliermittel, Putze, Reinigungsmittel, Saatgutpillen, Schleifmittel, Spachtelmasse (verarbeitungsfähig), Spritz- und Tauchlacke (wasserverdünnbar), Styroporkleber, Textiltapentenkleber.