
47250 Flammruss, Lampenschwarz
Flammruss ist ein trockener, leichter Russ, der durch ungenügende Verbrennung von festen oder dickflüssigen Materialien (Anthracen, Harz, Naphthalin, Pech, Teer, Teeröl, Destillationsrückständen der Mineralölfabrikation usw.) gewonnen wird.
Ein guter Flammruss soll beim Erhitzen im trockenen Probierglas nur ganz wenig Wasser und noch weniger ölige Destillationsprodukte abgeben.
Flammruss ist weitgehend reiner Kohlenstoff mit nur geringen Beimengungen von anorganischen Bestandteilen und Teer. Er wird durch "kontrollierte" Verbrennung künstlich gewonnen. Je nach Ausgangsmaterialien unterscheidet man Acetylruss, Ölruss, Holzruss und Kienruss.
Russe sind sehr feinteilige, stark färbende Pigmente mit hohem Bindemittelbedarf. In Ölbindemitteln trocknen sie nur langsam. Gegen Licht, Säuren, Alkalien und Chemikalien aller Art sind sie unempfindlich.
Bereits im 2. Jahrteausend v. Chr. gab es in China wohldurchdachte Verfahren zur Gewinnung von Russ für Tusche. Vitruv beschreibt die Russherstellung aus Harzen in speziellen Öfen, bei denen Luft und Harzzugabe regulierbar waren. In Europa begann man erst im 18. Jh. grössere Anlagen zur Russgewinnung aus Harz, Kiefernstumpen und Ölen zu errichten.
Verglichen mit Pflanzen- und Beinschwarz kommt Flammruss in Wand- und Staffeleigemälden selten vor. Wegen seines feinen Korns und starken Färbevermögens wurde und wird er vor allem in Druckfarben, Wasserfarben (Aquarell) und Tusche verwendet.
Quelle: "Reclams Handbuch der künstlerischen Maltechniken Band 1. Hermann Kühn: Farbmaterialien"