
45750 Kobaltblau türkis hell, PB 28
Kobaltblau türkis hell hat Spinellstruktur und gehört chemisch zu den Mischoxidpigmenten. Die Basisformel lautet Co(Al,Cr)2O4. Durch ein ganz bestimmtes Mengenverhältnis der Komponenten Kobalt, Chrom und Aluminium sowie durch weitere Zusätze von anderen Metalloxiden lässt sich dieser spezifische Farbton erzielen, nachdem man die Bestandteile einem sorgfältigen Brennvorgang unterzogen hat. Dieses moderne Pigment kann als Weiterentwicklung der schon seit längerem bekannten Kobalt-Chromoxide Blaugrünoxid und Grünblauoxid aufgefasst werden, die von Kobaltblau türkis hell an Schönheit übertroffen werden.
Trotz der Spinellstruktur hat dieses Pigment gänzlich andere Eigenschaften, als die meisten Kobaltblautöne. Es handelt sich um ein sehr feines, weiches Pulver mit einer immensen Deckkraft und ähnelt in seiner Konsistenz dem Titanweiss oder dem Chromoxidgrün. Überdies verfügt es über die gleichen Beständigkeitseigenschaften, wie die anderen Kobalttöne und ist ungiftig.
Bei Kobaltblau türkis hell handelt es sich um ein Universalpigment, welches für alle Techniken geeignet ist. Für Aquarell ist es aufgrund seiner hohen Deckkraft weniger zu empfehlen.
Für wässrige Techniken reicht ein Anspachteln, in kleineren Mengen auch für Ölfarbe. Bei grösseren, in Tuben abzufüllenden Mengen sollte jedoch mit dem Glasläufer angerieben werden. Als Bindemittel geeignet ist Mohn-, Sonnenblumen- oder Walnussöl. Ein geringer Zusatz von Dammar in Terpentinöl 1:2 steigert die Brillanz. Besonders leuchtstark ist dieses Pigment übrigens in Pastelltechniken.
Kobaltblau türkis hell verfügt über einen sehr weichen Farbton und ist daher hervorragend, besonders in Verbindung mit klassischem Kobaltblau, zum Anlegen von Luft geeignet. Gemalte Himmel, die dieses Blau enthalten, haben die Eigenschaft, auch noch bei trübem Lampenlicht, selbst bei Kerzenschein zu leuchten.
Bei herkömmlichen Blautönen würde man unter solchen Umständen eine Verfärbung
ins Schmutzige beobachten. Ähnliche Eigenschaften hatte einst
das unbeständige Bremer Blau, ein Kupferhydroxid, welches in der
Theatermalerei eine Rolle gespielt hatte, als man noch auf
Gasbeleuchtung angewiesen war. In Verbindung mit Gelb lassen sich
Grüntöne von höchster Leuchtkraft erzielen. Zusammen mit Kobaltblau kann
man das bislang unerreichte Manganblau imitieren, welches leider heute
nicht mehr hergestellt wird. Betrachtet man ältere Farbkreise, so kann
man im Türkisbereich einen "Einbruch" feststellen. Die Farbtöne werden
hier schwer und muffig und wirken kalt. Unter Einschaltung von
Kobaltblau türkis jedoch erzielt man eine lückenlose Abstufung, die
ausgehend vom reinen Blaubereich stets heller werdend, ohne an
Leuchtkraft zu verlieren, in den Gelbgrünbereich übergeht. In den
letzten Jahrzehnten sind im Türkisbereich laufend neue Nuancen entdeckt
worden. Es ist jedoch kaum vorstellbar, dass diese ganz neue, für den
Künstler eigentlich unverzichtbare Farbe noch übertroffen werden kann.
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