
45730 Kobaltblau-Cölinblau
Chemisch gehört Coelinblau in die Gruppe der Kobalt-Zinn-Mischoxide. Diese sind äusserst stabil, sogar hitzebeständig, extrem lichtecht sowie säure- und alkalibeständig und somit für alle Techniken geeignet. Coelinblau ist völlig ungiftig und unbedenklich für die Umwelt.
Im Gegensatz zum klassischen Kobaltblau dunkel ist Kobaltcoelinblau eine verhältnismässig gute Deckfarbe. Das Pigment ist recht hart im Korn, aber ziemlich fein. Das Anreiben in Öl (hier sollte man Mohn- oder Walnussöl vorziehen) ist nicht ganz einfach, jedoch weniger aufwendig als bei Kobaltblau dunkel. Dabei sollte man das Pigment zunächst mit dem Öl gründlich durchspachteln und dann mit dem Glasläufer intensiv anreiben. War die grob zubereitete Farbpaste zunächst stockend, so erreicht sie schlagartig einen Punkt, an dem sie zerläuft wie Honig. Daraufhin arbeitet man nach und nach weiteres Pigment ein, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ein geringer Zusatz an Bienenwachspaste wirkt hier manchmal Wunder, was die Konsistenz betrifft. Die Zubereitung von wässrigen Farben ist bei Kobaltcoelinblau völlig unproblematisch, hier genügt, zumindest bei kleinen Mengen für den sofortigen Gebrauch, ein Anspachteln.
Zur Darstellung von Luft ist Coelinblau (= himmelblau) geradezu unverzichtbar. Auch in Verbindung mit Kobaltblau dunkel ergeben sich wunderbare, natürlich wirkende Farbnuancen. Coelinblau hat eine wichtige Mittelposition zwischen den dunkleren, eher rotstichigen Blautönen und Türkistönen. Ein Himmel, der z.B. von einem Kobaltblau in Crème/Elfenbein spielt, wirkt unter Umständen ziemlich schwer. Durch Zwischenschalten von Coelinblau erzielt man wesentlich brillantere Farbwirkungen.
Coelinblau wurde erstmals 1805 hergestellt. In der Nachkriegszeit schliesslich geriet Coelinblau ziemlich ins Vergessen. Bedingt durch die Tatsache, dass Manganblau nicht mehr erhältlich ist und dass man heutzutage wieder grösseren Wert auf differenziertere Töne zu legen scheint, sieht es so aus, dass Coelinblau in Zukunft wieder eine grössere Bedeutung erlangen wird.
Siehe auch Zirkon-Cölinblau.
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