
45710 Kobaltblau mittel deckend PB 28
Kobaltblau mittel gehört zur Gruppe Kobalt-Aluminium-Mischoxidpigmente mit der Formel CoO.Al2O3. Während der Herstellung bilden die beiden Oxide eine Spinellstruktur. Diese Art von Kristall ist chemisch gesehen ausserordentlich stabil. Durch Variierung der Komponenten, Dauer des Brennvorganges bei der Herstellung und anderer Faktoren kann eine Vielzahl von Tönungen erzielt werden. Kobaltblau besitzt eine sehr gute Lichtechtheit (8) und ist wetterfest (7-8). Die Lösungsmittelechtheit beträgt 5, Säure- sowie Alkalibeständigkeit betragen ebenfalls 5. Auch in Zementtechniken kann Kobaltblau verwendet werden, allerdings aufgrund der geringen Färbekraft nur mit möglichst hellem Zement. Kobaltblau ist bis 950° C hitzebeständig. Wie alle Kobaltblautöne ist auch Kobaltblau mittel äusserst solide und als ungiftig einzuordnen. Allerdings steht Kobalt im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. In der Praxis ist dies aber bedeutungslos, da es sich einerseits um eine extrem stabile chemische Verbindung handelt, andererseits vom Künstler nur verhältnismässig geringe Mengen benötigt werden.
Interessant ist bei Kobaltblau mittel die Tatsache, dass es sich um ein sehr feines Pulver handelt, und die Farbe ziemlich leicht selber herzustellen ist. Das Attribut "deckend" ist jedoch relativ zu betrachten. In wässrigen Techniken trifft dies mit Gewissheit zu. Das macht das Pigment auch besonders interessant bei der Verwendung in selbstgefertigten Acryl-, Tempera- und Gouachefarben. Auch im Pastell ist Kobaltblau mittel vorteilhaft. Beim Anreiben in Öl sollte man nichtgilbendes Mohnöl mit einem Walnussölzusatz Leinöl vorziehen. Gründliches Anreiben bedingt, dass die fertige Farbe möglichst wenig Öl enthält. Zu stark mit Öl versetzte Farbe neigt eher zum Gilben und zur Runzelbildung. Dammarzusatz erhöht die Brillanz und lässt die Farbe besser durchhärten. Wenngleich das Pigment in Öl besser deckt als das klassische Kobaltblau, sind dennoch Lasuren möglich.
Kobaltblau mittel ist bestens als Standardpigment für den Künstler
geeignet, da es weniger Mühe in der Zubereitung macht und ausserdem
feiner im Korn ist. Durch Weissausmischungen in der Zubereitung können
Töne erzielt werden, die denen des Kobaltblau dunkel in nichts
nachstehen. Ähnlich wie Coelinblau ist dieses Kobaltblau, wenn man es
anstelle von Kobaltblau dunkel verwendet, bei der Darstellung von Luft
durch nichts zu ersetzen.
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