
45400 Zirkon-Cölinblau
Chemisch und kristallographisch ist dieses Pigment eng mit Praseodymgelb verwandt. Es handelt sich im Prinzip um einen feingemahlenen künstlich hergestelltes Zirkonmineral mit der Formel (Zr,V)SiO4. Während beim Praseodymgelb das farblose Zirkoniumsilikat durch den Einbau von Praseodym gefärbt wird, erzeugt das chemische Element Vanadium hier die Blaufärbung.
Es darf davon ausgegangen werden, dass dieses Pigment absolut beständig und mit praktisch allen Bindemitteln, sowie Pigmenten verträglich sein dürfte. Eine Glühprobe unter der Lötlampe übersteht dieses robuste Pigment unbeschadet. Aufgrund der völligen Unlöslichkeit ist Zirkon-Cölinblau gleichfalls ungiftig und ökologisch unbedenklich.
Dieses Pigment zeichnet sich durch eine verhältnismässig hohe spezifische Dichte und eine halbtransparente Wirkung aus. Die Färbekraft ist verhältnismässig gering. Es ist eigentlich für alle malerischen Techniken geeignet, mit Ausnahme von Pastell, da es hier zu unscheinbar wirken würde. Da Zirkon-Cölinblau ähnlich wie Praseodymgelb trotz seiner feinen Aufbereitung über eine glasig-kristalline Konsistenz verfügt, ist es nicht ganz einfach anzureiben. Für kleinere Mengen, vor allem in wässrigen Techniken, reicht zur Not ein Anspachteln, bei grösseren Mengen, speziell bei Ölfarbe sollte man grundsätzlich mit einem Glasläufer arbeiten. Hierbei sollte man möglichst auf Leinöl verzichten, wie bei allen Blautönen eigentlich, da schon durch leichte Gilbung des Leinöles der zarte Blauton verfremdet wird. Ersetzt man einen Teil des öligen Bindemittels durch Dammarharzlösung, wird die Brillanz der Farbe erhöht und der Trocknungsprozess beschleunigt. Will man in Tuben abfüllen, sollte man es aufgrund des hohen Gewichtes nicht versäumen, etwa 2% Bienenwachspaste hinzuzufügen, um ein Absetzen zu vermeiden.
Da es sich um einen sehr zarten und dennoch charakterischen Farbton handelt, wäre es eigentlich zu schade, diese nicht ganz billige Farbe zu stark mit anderen Farben abzumischen. Bei der Darstellung von Luft zum Beispiel sollte man sich weitgehend auf diese Farbe beschränken, von einer kleinen Menge Weiss, etwas Ocker und einer Spur Kobaltblau einmal abgesehen. Andererseits sollte jeder Künstler hier seine eigenen Erfahrungen sammeln. Ein anderer interessanter Anwendungsbereich liegt in der Lasurmalerei. Da dieses Material halbtransparente Eigenschaften besitzt, können durch lasierende Farbschichten recht interessante Wirkungen erzielt werden. Unter Umständen ist es hiermit sogar möglich, bestimmte Bildpartien heller zu lasieren, was eigentlich paradox ist. Dies ist auf den leicht trübenden Charakter des Pigmentes zurückzuführen und führt somit zwangsläufig zu weichen atmosphärischen Bildwirkungen, die mit konventionellen Lasuren nicht zu erzielen sind. Von der Wirkung und in technologischer Sicht harmoniert Zirkon-Cölinblau sehr gut mit Pigmenten wie Praseodymgelb, Siena natur, grünen Erden und Kobaltgrün Rinmannsgrün.
Siehe auch Kobalt-Cölinblau.
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