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44280 Permanentgrün



Als Pigment sieht Permanentgrün heller aus als Chromoxidhydratgrün oder gar Heliogengrün. Als bindemittelreiche, fertige Farbe jedoch ist der Ton kaum von den beiden bläulichgrünen Pigmenten zu unterscheiden.

Streng genommen ist Permanentgrün als Mischpigment aufzufassen. In der Vergangenheit verstand man unter Permanentgrün dunkel eine Nassverkollerung von Chromoxidhydratgrün (Guignetgrün) und Schwerspat. Das schwer zu verarbeitende und nicht ganz billige Chromoxidhydratgrün wird somit durch den farblich nicht in Erscheinung tretenden Schwerspat auf sinnvolle Weise gestreckt, was das Anreiben vereinfacht. In letzter Zeit ist eine weitere, gleichfalls zuverlässige Variante von Permanentgrün im Handel. Statt das Chromoxidhydratgrüns wird hier der Phthalocyaninfarbstoff Heliogengrün verwendet. Im Reinzustand ist dieses dermassen ergiebig, dass eine Streckung mit Schwerspat oder anderen geeigneten Pigmenten durchaus vertretbar ist. Beide Sorten Permanentgrün dunkel sind völlig unbedenklich zu verwenden und absolut ungiftig.

Vor allem in wässrigen Techniken ist Permanentgrün nicht ganz so lasierend wie die blaugrünen Grundkomponenten. Mit steigendem Bindemittelgehalt erhöht sich allerdings die Lasurfähigkeit, da Schwerspat an sich über kein nennenswertes Färbevermögen verfügt. In Öl ist praktisch tonlich kein Unterschied zu den Grundtönen festzustellen, abgesehen von der Tatsache, dass das Färbevermögen etwas reduziert ist, je nach dem Grad des Streckmittelzusatzes. Ältere Sorten von Chromoxidhydratgrün waren in Öl sehr schwer anzureiben. Durch die weiche Beschaffenheit des Schwerspats wird dieses Manko weitgehend behoben. Wenn bei älteren Sorten von Chromoxidhydratgrün das harte Korn stört, dann ist es bei Heliogengrün die Tatsache der relativ schweren Benetzbarkeit, vor allem bei wässrigen Medien. Auch in dieser Hinsicht ist ein Streckmittel wie Schwerspat positiv zu bewerten.

Alle Sorten von Permanentgrün bzw. von Permanentgrün dunkel (beide Bezeichnungen meinen dasselbe Pigment) sind universell für alle Techniken geeignet. Obwohl in der Regel ein Anspachteln genügt, sollte man in Öl mit dem Glasläufer anreiben. Der Bindemittelanteil sollte jedoch nicht so hoch, bzw. die Farbe nicht zu flüssig sein, da sie sich ansonsten aufgrund des Gehaltes an Schwerspat leicht absetzen kann. Als Öl sollte man Mohnöl oder eine Mischung von Mohn- oder Sonnenblumenöl mit Walnussöl vorziehen. Ein nicht zu hoher Harzzusatz erhöht die Brillanz.

Da das Pigment nicht ganz so intensiv ist wie Chromoxidhydrat- oder Heliogengrün, stellt es eine interessante Mischkomponente mit anderen nicht so intensiven Farbtönen, vor allem Erdfarben, dar. In Mischtechniken lässt es sich sehr sinnvoll als Untergrundfarbe in Tempera einsetzen und als Lasur in Harzölfarbe. Der reine kalte Farbton, der beim Permanentgrün auf Basis von Heliogengrün noch besser zur Geltung kommt als bei den älteren Sorten, ist ausserdem bestens als Basiston für wichtige Mischungen mit Gelb- oder Blautönen geeignet.

Unter Permantengrün hell verstand man früher eine Mischfarbe aus Permanentgrün dunkel und Zinkgelb. Die vergrünenden Eigenschaften in Öl spielten in diesem Fall praktisch keine Rolle. Permanentgrün hell war auch unter der Bezeichnung Viktoriagrün im Handel. Heute verwendet man für Permanentgrün hell neben einem Streckmittel Heliogengrün und einen gelben organischen Farbstoff. Wenngleich solche fertigen Tubentöne durchaus technologisch akzeptabel sind, sind derartige Mischungen an und für sich von zweitragiger Bedeutung, da man sie sich ohne Probleme in der gewünschten Nuancierung selber mischen kann.

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