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44250 Chromoxidhydratgrün



Diese Farbe, immer noch gerne als "Chromoxidgrün feurig" bezeichnet, ist typisch für ihren tiefen Blaugrünton. Ein dem entsprechender Farbton ist jedem aus den Schulfarbkästen unter der Bezeichnung "Blaugrün" bekannt. Hier liegt allerdings nicht das verhältnismässig teure Chromoxidhydratgrün, sondern ein organisches Pigment mit Streckmittel vor. Dieser Farbton lässt sich nicht nachmischen.

Chemisch handelt es sich um ein Chromoxidhydrat mit der Formel Cr2O(OH)4. Es sind mehrere Sorten im Handel, von denen das oben erwähnte Guignetgrün am schönsten ist. Es wird auf aufwendige Weise durch behutsames Brennen gewonnen. Eine als Pigment hellere Variante, ist als gebrauchsfertige Farbe praktisch von der selben Farbtontiefe, wie das Guignetgrün. Diese wird durch einen Fällungsprozess gewonnen, kann jedoch das auf klassische Weise gewonnene Guignetgrün nicht ganz ersetzen. Schon bei geringem Erhitzen zerfällt Chromoxidhydratgrün in das olivstichige Chromoxidgrün und Wasser.

Chromoxidhydratgrün gehört zu den Universalpigmenten, die in jeder Technik eingesetzt werden können. Die Farbe ist ungiftig und nicht gefährlich für die Umwelt. Als ausgesprochenes Lasurpigment ist es allerdings sinnvoll, es nur in dünnem Farbauftrag anzuwenden, da sich der Ton ansonsten wie ein düsteres Schwarzgrün ausmacht.

Für denjenigen Künstler, der sich alle Farbtöne mischen möchte, die möglich sind, ist Guignetgrün unentbehrlich, da man diese tief blaugrüne Nuance ansonsten nur durch den organischen Farbstoff Heliogengrün erzielen kann. Was die Verarbeitbarkeit betrifft, sind dem Künstler anorganische mineralische Pigmente aus verschiedenen Gründen angenehmer. Dieses Lasurgrün ist aber nicht nur für sich alleine gebraucht interessant, sondern auch als Mischkomponente für leuchtende Gelbgrün- und dunkle, kalte Türkistöne. Da es früher an leuchtenden Türkistönen mangelte, ermischte man diese aus Chromoxidhydratgrün und Preussischblau. Diese Nuancen waren sehr viel schwerer und düsterer als entsprechende aus neuzeitlichen Pigmenten gemischte Farbtöne. Man kann dies sehr gut an alten Farbkreisen erkennen, wo die Helligkeit im Türkisbereich stark abnimmt.

Das Pigment ist sehr fein, allerdings etwas hart im Korn. Dies macht sich jedoch nicht nachteilig beim Herstellen von wässrigen Farben bemerkbar. Hier genügt ein gründliches Anspachteln. Bei der Herstellung von Ölfarbe müssen jedoch bestimmte Aspekte beachtet werden. Zunächst verspachtelt man das Pigment mit einer möglichst geringen Menge Öl. Dann wird mit dem Glasläufer angerieben. Hierbei muss beachtet werden, dass Öl maximal tropfenweise zugesetzt werden sollte. Ansonsten kann es passieren, dass die vorher noch pastose Masse schlagartig verläuft. Will man in Tuben abfüllen, ist es ratsam, die Farbe ein paar Stunden ruhen zu lassen, um gegebenenfalls noch Pigment unterzuarbeiten. Ein geringer Zusatz an Wachspaste wirkt einer unliebsamen Verflüssigung entgegen. Man sollte möglichst nicht mit Leinöl anreiben, da dieses Öl ziemlich viskos ist, was die möglichen Verlaufseigenschaften begünstigt. Statt dessen sollte man das "kurze", niedrigviskose Mohn- oder Sonnenblumenöl vorziehen.

Guignetgrün wurde nach seinem Erfinder benannt, der es erstmalig um die Mitte des 19. Jahrhunderts herstellte. Ab 1865 wurde es von Künstlerfarbenherstellern in die Paletten aufgenommen. In Deutschland wurde dieses Grün ab 1903 von Siegle hergestellt. Guignetgrün darf keinerlei Zusätze oder Verschnittmittel enthalten. Enthält das Pigment einen technologisch durchaus vertretbaren Zusatz an Schwerspat, muss es als "Permanentgrün dunkel" bezeichnet werden. Unter derselben Bezeichnung ist aber auch ein einwandfreies Mischpigment aus Schwerspat und Heliogengrün im Handel, welches den gleichen Farbton aufweist.

Chromoxidhydratgrün ist zwar durch Heliogengrün zu ersetzen, von dem es an Brillanz vielleicht noch übertroffen wird, aber manchem Künstler sind mineralische Pigmente in der Verarbeitung angenehmer. Das, was als Vorzug des Heliogengrün angesehen werden kann, die noch grössere Leuchtkraft und die wesentlich höhere Farbintensität, ist für viele eher ein Nachteil.

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