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44200 Chromoxidgrün



Chromoxidgrün, welches irreführenderweise auch unter der Bezeichnung "Chromoxidgrün stumpf" geführt wird, stellt einen warmen aber leicht gebrochenen olivstichigen Grünton dar. Fast alle anderen handelsüblichen Grünpigmente sind wesentlich kälter und wirken unnatürlicher.

Die chemische Formel für Chromoxidgrün lautet Cr2O3. Würde man das ungleich teurere Chromoxidhydratgrün einem Brennvorgang unterziehen, würde sich aus dem feurigen kalten Pigment unter Wasserabspaltung Chromoxidgrün bilden. In der Industrie wird diese Farbe jedoch rationeller und preisgünstiger aus Kaliumbichromat gewonnen. Dieses Grün ist nicht nur für künstlerische Zwecke interessant. Es spielt auch eine bedeutsame Rolle in der Farben- und Lackindustrie, da es sich einerseits um eine extrem beständige und andererseits um eine sehr preiswerte Farbe handelt. Bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts hatte die Deutsche Bundesbahn und auch zahlreiche andere Bahnverwaltungen ihre Personenwagen in dieser Farbe gestrichen. Im ländlichen Bereich ist es noch heute sehr populär, Tore, Fensterläden und Zäune mit Chromoxidgrün zu streichen. Daher hat sich um Rheinland die Bezeichnung "Pootzejrön" eingebürgert.

Chromoxidgrün ist nicht nur ungeheuer beständig, es ist auch völlig ungiftig und nicht umweltschädlich.

Bei diesem Pigment handelt es sich um einen Werkstoff, der tatsächlich in jeder Technik eingesetzt werden kann, und zwar bedenkenlos. Lediglich als Aquarellfarbe, wo es auf lasierende Wirkungen ankommt, entfaltet Chromoxidgrün, als äusserst deckendes Pigment nicht seine vollen Vorzüge. Aufgrund seiner feinen und weichen Beschaffenheit sind zur Not jedoch aus lasierende Wirkungen möglich. Eine weitere Eigenschaft von Chromoxidgrün ist seine enorme Färbekraft. Als Ölfarbe trocknet es gut. Für kleine Mengen genügt ohne weiteres ein Anteigen mit der Spachtel, so dass sich jeder Chromoxidgrün als Farbe mit jedem beliebigen Bindemittel selber herstellen kann.

Von den erhältlichen Pigmenten ist diese Farbe als die am natürlichsten wirkende zu betrachten, was insbesondere für den Landschaftsmaler von grosser Bedeutung ist. Dem Laien hingegen ist der Farbton in der Tat zu stumpf, was sich ja auch in der Tatsache niederschlägt, dass man diese wichtige Farbe weder in Schulfarbkästen noch in Buntstiftsortimenten vorfindet. Unter Zugabe von den verschiedensten Gelb-, Braun- oder Orangetönen zu Chromoxidgrün lässt sich eine wertvolle Palette von Naturgrünen erzielen, was mit kälterem oder reinerem Grün aufwendiger und auch kostspieliger wäre. Unter Zugabe von Rotbraun- und dunkleren Brauntönen lässt sich praktisch die gesamte grünliche Umbrapalette erzielen. Abmischungen mit Weiss hingegen wirken kühl und distanziert ohne unnatürlich zu wirken. Tonlich lassen sich auch ohne weiteres die Nuancen der unterschiedlichsten Grünerden erreichen, aber hier sollte man den grünen Erden doch den Vorrang lassen, da diese allesamt mehr oder weniger lasierend sind, eine Wirkung der Chromoxidgrün nicht gerecht wird.

Dieses Universalpigment wurde bereits Anfang des 19. Jahrhunderts erfunden. Trotz aller Vorzüge ist es erstaunlich, dass man diesen Ton in zahlreichen Künstlerpaletten häufig nicht vorfindet.

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