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44100 Kobaltgrün



Dieses Kobaltgrün hat überhaupt keine Gemeinsamkeiten mit dem in den bekannten Lehrbüchern beschriebenen Kobaltgrüntönen, bei denen es sich um eine Kobalt-Zink-Verbindung handelt. Auch werden die traditionelle Kobaltgrüntöne als "Rinmannsgrün" bezeichnet. Das neue Kobaltgrün ist wesentlich gelbstichiger als das Rinmannsgrün und würde trivial als "Grasgrün" oder "Blattgrün" bezeichnet werden. Die Tatsache, dass diese Grün etwas gebrochen ist und nicht ganz über die Leuchtkraft von organischen Pigmentmischungen oder Mischungen von Kobaltblau türkis hell mit Gelb verfügt, macht es keineswegs uninteressanter. Auf der anderen Seite ist es wesentlich leuchtender, aber auch etwas blaustichiger, als das sehr verbreitete Chromoxidgrün.

Chemisch handelt es sich um ein kompliziertes Mischoxid mit Spinellstruktur. Es enthält die Oxide der Metalle Kobalt, Aluminium, Titan, Nickel und Zink. Diese werden in einem ganz bestimmten Mischungsverhältnis zusammen gebrannt.

Kobaltgrün ist ein feines, lockeres Pulver von höchster Beständigkeit. Ökologisch ist es unbedenklich. In seiner Konsistenz ähnelt es dem Chromoxidgrün, ist jedoch etwas härter, was sich bezüglich seiner leichten Verarbeitbarkeit praktisch nicht auswirkt. Auch Kobaltgrün ist universell einsetzbar. Im Vergleich zum Rinmannsgrün kann man es als eine ausgesprochene Deckfarbe bezeichnen. Trotzdem sind in dünnen Schichten Lasurwirkungen möglich.

Für den Künstler ist dieses neue Kobaltgrün von grosser Bedeutung. Umso kurioser erscheint es, dass es nicht in den Künstlerfarbsortimenten enthalten ist. Möglicherweise wird es noch eine Weile dauern, bis die Farbenhersteller diesen universellen Ton aufgenommen haben. Mit Ausnahme des stumpfen Chromoxidgrünes sind reine grüne Künstlerfarbpigmente in der Regel blaustichig. Besonders für den Landschaftsmaler sind aber gerade gelbstichige Grüntöne wichtig, die er sich sonst ermischen muss. Giftige Mischgrüne wie Chromgrün, Zinkgrün oder Zinnobergrün sind kaum noch erhältlich und auch nicht ganz unbedenklich. Unter Verwendung von Gelb, Ocker oder zahlreichen anderen Erdfarbnuancen lassen sich wertvolle, natürlich wirkende Mischtöne erzielen.

Die Eigenherstellung von Kobaltgrünfarbe ist völlig unproblematisch. In wässrigen Techniken reicht ein Anspachteln. Bei der Herstellung von Ölfarbe sollte mit dem Glasläufer angerieben werden, wenn in Tuben angefüllt werden soll.

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