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43500 Kobaltgelb, Aureolin



Kobaltgelb ähnelt koloristisch einem kräftigen Cadmiumgelb und verfügt in reinem Zustand über einen ganz leichten Ockerstich. Die volle Schönheit dieser Farbe kommt jedoch nur in Lasuren zur Geltung. Gerade deshalb kann Kobaltgelb durch kein anderes Pigment ersetzt werden.

Chemisch handelt es sich um ein Kobaltkaliumnitrit mit der Formel [Co(NO2)6]K3 + 3H2O.

Kobaltgelb ist ein sehr feines, leichtes Pulver, welches einfach zu verarbeiten ist. Laut Wehlte ist diese Farbe völlig lichtecht. Doerner beurteilt sie allerdings skeptischer. Er warnt vor Ausmischungen mit organischen Pigmenten, unter deren Einfluss es nicht ganz beständig sein soll. Der Autor hingegen konnte in fast 20 Jahren keinerlei negative Veränderungen feststellen. Es muss jedoch betont werden, dass Kobaltgelb nicht haltbar in sauren und alkalischen Techniken ist.

Was die Techniken der Tafelmalerei betrifft, kann gesagt werden, dass dieses Pigment hervorragend geeignet ist. Aufgrund der sehr guten Lasureigenschaften bietet sich seine Verwendung besonders in der Aquarellmalerei, aber auch als Ölfarbe, sowie Tempera an. In der Glas- und Porzellanmalerei, sowie auch zum Emaillieren wurde Kobaltgelb ebenfalls eingesetzt.

Kobaltgelb wurde 1848 erfunden und seit etwa 1860 fabrikatorisch hergestellt. Da es sich damals neben Indischgelb um die einzige haltbare leuchtendgelbe Lasurfarbe handelte, hatte es in den Farbsortimenten einen festen Platz. Mit der Einführung der sehr viel preiswerteren Teerfarbstoffe ging seine Verbreitung stark zurück. Organische Farbstoffe gleichen oder ähnlichen Farbtons sind in der Tat billiger und vielleicht sogar noch lichtechter. Was die Verarbeitbarkeit betrifft, muss allerdings erwähnt werden, dass organische Pigmente beim Anreiben dem Künstler oft Probleme bereiten. Auch die Tatsache, dass Kobaltgelb nicht so extrem farbintensiv ist wie Teerfarbstoffe, kann als positiv bewertet werden. Das Pigment sollte zweckmässigerweise nur in lasierenden Techniken verwendet werden. In Ausmischung mit Weiss oder anderen deckenden Farben kommt seine Schönheit weniger zur Geltung.

Aufgrund des Gehaltes an Kobalt trocknet die Farbe in Öl ziemlich gut. Daher kann mit Mohn- oder Sonnenblumenöl angerieben werden. Ein Anspachteln mit wässrigen Bindemitteln ist nicht schwierig.