
43200 Nickeltitangelb PY 53
Nickeltitangelb ist derzeit in zwei Tönungen im Handel erhältlich. Neben dem bekannten kalten, leicht gebrochenen Gelbton gibt es nunmehr eine weitere Variante, die als "Nickeltitangelb, grünstichig" bezeichnet wird. Allerdings ist die Bezeichnung irreführend, da man meinen könnte, dass es sich hier um ein kaltes Gelb nahe dem grünen Spektralbereich handeln könnte. In Wirklichkeit jedoch ist dieses Gelb etwas wärmer im Ton. Der Grünstich rührt daher, dass es sich um eine leichte Grauvariante des wärmeren Gelbtones handelt. Wie man, wiess, verschiebt sich die Wertigkeit von Gelbtönen in den Olivgrünbereich, wenn man Schwarz oder Grau zumischt. Beide Töne lassen sich durch Mischung von teuren Cadmiumgelb zitron, bzw. Cadmiumgelb hell mit Weiss und einer Spur Schwarz ermischen.
Bei den Nickeltitangelbtönen handelt es sich um sogenannte Mischoxide. Das heisst, dass hier Oxide verschiedener Metalle ein gemeinsames Kristallgitter besetzen. Man spricht von einem Mischkristall. Dieses Gelb wurde aus Titanweiss mit Rutilstruktur entwickelt. Anteile de Titandioxides (TiO2) sind hier durch Nickeloxid (NiO) und auch Antimonoxid (Sb2O5) ausgetauscht. Als allgemeine Formel kann in etwa (Ti,Ni,Sb)O2 gelten. In geringen Mengen kann dieses Pigment auch Cadmiumoxid (CdO), Chromoxid (Cr2O3) und Lithiumoxid (Li2O) enthalten. Das Interessante ist, dass die Mengenanteile variabel sind und somit praktisch eine unendliche Vielzahl von Tönungen hergestellt werden kann!
Das Pigment ähnelt in seinem technischen Verhalten stark dem Titanweiss. Es handelt sich um ein weiches, sehr feines Pulver, welches absolut lichtecht ist. Die Farbe ist ungiftig und ökologisch völlig unbedenklich.
Diese Universalpigment kann in sämtlichen Techniken bedenklos angewandt werden, allerdings eingeschränkt in Aquarell, da es sich um eine ausgesprochene Deckfarbe handelt. Die schon seit längerem im Handel befindliche kältere Sorte ist jedoch nicht ganz so deckend und farbstark, wie das neuere Nickeltitangelb, grünstichig.
Für den Maler sind beide Gelbtöne interessant zum Ermischen von gebrochenen, natürlich wirkenden Grüntönen. Einerseits kann man beispielsweise bei Verwendung von Chromoxidgrün auf die teuren Cadmiumtöne verzichten, braucht andererseits auch kein Weiss zuzumischen, wenn man den Ton aufhellen möchte. Auch in Verbindung mit anderen Farben lassen sich zarte, pastellig wirkende natürliche Nuancen mühelos erstellen.
Nickeltitangelb wurde erstmalig in den 50er Jahren in den USA hergestellt und wird zunehmend in den Künstlerfarbsortiment aufgenommen. Unter der Bezeichnung "Neapelgelb" findet man heute zumeist wärmere Nuancen dieses Pigmentes, dem es seinem technischen Verhalten ähnelt.
Aufgrund seine feinen Charakters ist dieses Pigment für den Künstler mühelos zuzubereiten. In wässrigen Techniken genügt ein Anteigen mit dem Spachtel, bei kleineren sofort benötigten Mengen auch bei Ölfarbe. Ansonsten ist es ratsam, Nickeltitangelb bei Ölfarbe mit Leinöl und/oder Sonnenblumen- bzw. Mohnöl mittels eines Glasläufers anreiben, was allerdings recht einfach ist.
Als grundsolides deckendes Pigment ist Nickeltitangelb eine sehr preiswerte Ergänzung der Farbpalette,
vor allem wenn es um zarte Farbigkeiten und Mischtöne geht. Hier kann man in manchen Fällen
die teuren Cadmiumgelbtöne ersetzen, die es an Beständigkeit noch übertrifft.
Man darf jedoch nicht vergessen, dass es sich hier um gebrochene Farbtöne handelt, die
bezüglich ihrer Leuchtkraft nicht an die Cadmiumfarben und moderne organische Pigmente heranreichen.
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