Kremer Pigmente GmbH & Co. KGKREMER Pigmente Logo

 

40850 Grünerde gebrannt



Der zarte Orangebraunton schwankt je nach Herkunft zwischen einem hellen Schokoladenton und einem Rehbraun und ist angenehm wenig rotstichig, im Gegenstz zu den meisten anderen Brauntönen. Ferner ähnelt es tonlich manchen gebrannten Ockersorten, ist aber weniger gesättigt.

Nimmt man eine Messerspitze Grüne Erde und glüht diese mit einer Lötlampe oder einem Bunsenbrenner, entweicht Wasser und es entsteht der orangefarbene Ton. Chemisch liegt hier Eisen-III-Silikat mit Tonerde vor. Wie der Ausgangston ist auch diese Naturerdfarbe absolut ungiftig.

Gebrannte Grüne Erde ist in allen Techniken verwendbar und völlig beständig. Die Färbekraft liegt etwas über der, des ungebrannten Pigmentes, Lasurfähigkeit ist zwar gegeben, aber nicht so ausgeprägt, wie beim Ausgangsmaterial. Auch gebrannte grüne Erde hat ein ziemlich hartes Korn, was man beim Anreiben deutlich hören kann. Feinere Sorten können bei wässrigen Techniken in kleineren Mengen ggf. mit der Spachtel angemacht werden. Beim Herstellen von Ölfarbe sollte man jedoch zweckmässigerweise von vorne herein mit dem Glasläufer arbeiten. Es empfiehlt sich Lein- oder Walnussöl, unter Umständen mit Harzzusatz.

Gebrannte Grüne Erde ist höchstwahrscheinlich schon seit der Antike bekannt und hat in den vergangenen Jahrhunderten eine nicht unwesentliche Rolle in der Malerei gespielt. Schade ist, dass der schöne zurückhaltende Ton in den letzten Jahren mehr und mehr aus den Farbsortimenten der Hersteller verschwindet. Gerade seine lasierenden Eigenschaften machen ihn besonders wertvoll gegenüber der überall erhältlichen, wesentlich rotstichigeren und intensiveren gebrannten Siena. Aufgrund seiner lasierenden Wirkung lässt er sich praktisch nicht imitieren.

Daher bleibt dem interessierten Anwender in Zukunft nichts anderen übrig, als sich seine Öl-, Tempera- oder gar Aquarellfarbe selbst anzureiben. Siehe auch allgemeine Informationen zu Erdfarben und allgemeine Informationen zu Grünerde.