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Umbra natur



Umbratöne zeichnen sich von den Erdfarben dadurch aus, dass sie einen geringeren Rotstich aufweisen, als die allgemein bekannten Eisenoxidpigmente. Die Nuancen reichen von dunkel-ockrigen Tönen bis zu einem satten Schokoladenbraun. Für den Künstler sind vor allem grünstichige Umbren interessant.

Umbra muss man sich als einen Ocker vorstellen, bei dem mehr oder weniger grosse Teile des Eisenoxids durch Mangandioxid ersetzt sind. Je höher der Mangangehalt, desto dunkler die Färbung.

Die künstlerisch hochwertigsten Umbrasorten stammen aus Cypern, andere kommen aus Italien, England oder Deutschland. Die Beschaffenheit des Pigments kann recht unterschiedlich ausfallen. Hellere und rötlichere Sorten sind im allgemeinen recht fein, während grünliche Umbren, häufig aus Deutschland stammend, aufgrund ihres Silikatgehaltes mitunter eine sandige und recht stoffliche Konsistenz aufweisen. Es sind unter der Bezeichnung "Umbra" auch Pigmente im Handel, bei denen es sich um eine Verkollerung von Ockertönen, gebrannter Siena und Schwarz handelt.

An und für sich sind die Umbren völlig lichtecht. Vor einer Verwendung als Ölfarbe wird bisweilen allerdings gewarnt, da diese nachdunkeln soll. Hinzu kommt, dass in Öl Umbra möglicherweise kolloidal löslich sein soll und durch einzelne Farbschichten zu diffundieren vermag. Auf der Wand sind Ausblühungen beobachtet worden. Nichtsdestoweniger ist Umbra für wässrige Techniken bestens geeignet. So ist Umbra nicht nur eine leicht anzuspachtelnde Temperafarbe, sodern als auch lasierbarer Ton in Aquarellsortimenten enthalten. Gleichsam steht einer Verwendung in Dispersionen nichts im Wege. Ich persönlich habe Umbra häufig in Öl eingesetzt, ohne die erwähnten negativen Erscheinungen! Das mag wohl daran liegen, dass hier die Umbren als dünne Schlusslasuren auf Harzbasis aufgetragen wurden. Besonders grünliche Umbratöne sind im Handel kaum erhältlich. Diese ergänzen sich sehr gut mit Grünerden. Beim Anreiben in Öl sollte man aufgrund der hohen katalytischen Trocknungseigenschaften des Mangans Mohnöl vorziehen. Ein Zusatz an Harz steigert die Brillanz. Wegen der oben angesprochenen Probleme in Öl und auf der Wand, macht es Sinn, umbrafarbene und technologisch völlig unbedenkliche Mischpigmente in den Handel zu bringen.

Wenngleich Umbra möglicherweise schon seit Jahrtausenden bekannt sein dürfte, wird sie technolgisch erst ab dem 11. Jh. Erwähnt. Als Malfarbe lässt sie sich ab dem späten 16. Jh. Nachweisen. Wehlte empfiehlt, Umbra durch Mischungen zu ersetzen, aber gerade bei sehr dünnen, als Lasuren aufgetragenen Farbschichten macht es einen Unterschied, ob man ein homogenes Pigment oder eine Mischung verarbeitet!

Siehe auch allgemeine Informationen zu Erdfarben und Braunstein.