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38010 Aloe, Mosselbay



engl.: aloes
frz.: aloé

Aloe ist der eingedickte Saft aus den Blättern verschiedener Aloe-Arten. Die Aloe gehört in die Familie der Liliaceae. Sie ist im südlichen Afrika, in Ägypten, Indien, den Ländern des Mittelmeeres und anderen Ländern dieses Klimas heimisch. Die im Handel befindliche Aloe wird zumeist nach ihrem Herkunftsort benannt.

Aloe wird gewonnen, indem man den Saft aus den abgeschnittenen Blättern herauslaufen und an der Luft eintrocknen lässt. Es lässt sich ebenfalls ein Aloe-Extrakt herstellen, welcher durch Kochen der getrockneten Blätter und Eintrocknen des Absuds gewonnen wird. Der Extrakt gilt als mindere Ware und findet wegen des hohen Gehalts an Bitterstoffen hauptsächlich in der Medizin Anwendung. Nach dem Aussehen der Aloe werden grob zwei Sorten unterschieden, von denen es jedoch auch Mischformen gibt: die zumeist aus Kapland stammende Aloe ist dadurch, dass sie über dem Feuer getrocknet worden ist, glänzend. Sie kann bei längerer Lagerung zerfliessen, wenn sie sehr viel Salz enthält, was allerdings eine Verunreinigung darstellt. Die andere Sorte wird "Leberaloe" genannt und hat ein mattes, harziges lederbraunes Äusseres. Die unter dem Namen "Aloe Mosselbay" im Handel befindliche Ware ist eine Kapaloe, Port Elisabeth ist ebenfalls in Südafrika, aber weiter im Osten.

In Aloe ist der Anthrachinonfarbstoff Aloin enthalten. Je nach Sorte beträgt der Anteil an Aloin zwischen 5 und 40%. Es gibt verschiedene Aloine, welche nach der Herkunft der Aloe-Sorte eine Vorsilbe erhalten, z.B. Kapaloin. Glycoside des Aloins, Aloinoside genannt, und Aloeemodin sind ebenfalls enthalten. Behandelt man Aloe mit Salpetersäure, so kann man die Chrysamminsäure extrahieren, welche getrocknet gelbe Blättchen darstellt und sich in kochendem Wasser mit roter Farbe löst.

Chrysamminsäure wird hauptsächlich zum Färben von Wolle und Seide verwendet. Setzt man Soda zu, so lässt sich ungebeizte Wolle je nach Konzentration des Farbbades blau oder blaugrau färben. Der Ton dieses Blaus entspricht in etwa einem durch Orseille leicht rotstichig erscheinenden Indigoblau. In der Lederfärberei wurde der Farbstoff zum Gelbfärben benutzt. Seide kann mit Chrysamminsäure purpurrot bis rosenrot und, mit verdünnterem Färbebad, in den entsprechenden Rosatönen gefärbt werden. Obwohl auch andere Töne mit Chrysamminsäure erzielt werden können, wird die Säure auch als Aloepurpur bezeichnet. Unbehandelte Aloe ist in warmen Wasser leicht löslich und wird zum Färben von Gelb- und Brauntönen eingesetzt, jedoch sind die Farben wenig lichtecht. Ohne Beizensalze wird Wolle mit Aloe dunkelbraun gefärbt, mit Alaun in einem rötlichen hellbraun. Eisensulfat ergibt kastanienbraune Farben. Eine Nachbehandlung mit Kaliumbichromat führt zu einer Verdunklung der Brauntöne. Da die mit Aloe gefärbten Textilien nicht sehr lichtecht sind, wird Aloe meist in Kombination mit anderen Farbstoffen eingesetzt. Lösungen von Aloe in Salpetersäure werden auch zum Färben von Holz verwendet, es lässt sich damit gelb oder mahagoniartig anfärben.

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