
37250 Alkanna Wurzeln
C.I. Natural Red 20
engl.: dyer's bugloss
frz.: racines d'alkanna
anderer Name: Ochsenzunge, Schminkwurzel, Orcanette
Die Pflanze Alkanna tinctoria, früher unter dem Namen Anchusa tinctoria bekannt, gehört in die Familie der Rauhblattgewächse oder Boraginaceae. Der im Volksmund übliche Name Ochsenzunge ist auf die rauhe Beharrung der Blätter zurückzuführen. Es handelt sich um eine kleine, nur etwa 30 cm grosse, krautige Pflanze, die in Südeuropa, in Ungarn und in der Türkei heimisch ist. In Frankreich ist Alkanna zwar nicht heimisch, wird aber dort angebaut.
Zum Färben werden die Wurzeln der Alkanna verwendet, welche entweder im Frühjahr oder im Herbst geerntet werden. Die enthaltene färbende Substanz ist Alkannin. In geringeren Mengen ist auch Alkannan enthalten, ausserdem zwei Säuren, welche ebenfalls zu den Naphthochinonen gehören: Anchusasäure, auch Anchusarot genannt, und Alkannasäure oder Alkannarot. Alkannin ist in Wasser unlöslich, in Alkohol, Äther, Ölen, Chloroform und Eisessig löst es sich gut und mit roter Farbe. In alkalischen Lösungen ist es ebenfalls löslich, allerdings mit blauer Farbe. Ein Auszug aus Alkannawurzeln lässt sich mit Isopropanol oder Petroleumether herstellen. Auf Wolle, Baumwolle oder Seide lassen sich mit einem solchen Auszug auf Aluminiumbeize schöne Violettöne färben, mit Eisenbeize erreicht man grünliche Töne. Leider sind die Färbungen weder sehr lichtecht noch laugenbeständig. Die Lichtechtheit beträgt 3 bis 4.
In der Malerei wurde Alkanna wegen der gleichen Echtheitsmängel kaum eigesetzt, obwohl ein leuchtender violettroter Lack mit Aluminiumsalzen aus Alkannaextrakt gefällt werden kann und auch rote Firnisse hergestellt werden können.
Der grösste Anwendungsbereich für Alkanna war früher die Kosmetik- und die Lebensmittelindustrie. Es wurden Schminken, Pomaden, Zahnpasta und Fette jeder Art mit Alkanna eingefärbt. Ebenso wurden Kerzen rot gefärbt. Elfenbein wurde in alkoholischen Auszügen von Alkanna violett eingefärbt. In der Chemie kam Alkanna in Form von Indikatorpapieren zum Einsatz, wobei Säuren rot, Laugen blau angezeigt wurden.