
37202-Krapplack aus Wurzeln
C.I. Natural Red 9
engl.: madder lake
frz.: laque de garance
andere Namen: Alizarinrot, Colorin, Rubian, Purpurin, Van Dyckrot,
Rubenskrapp, Rembrandtkrapp, Bettkoberlack, Steinerlack
Krapplack wird aus der Wurzel der Färberröte Rubia tinctoria gewonnen.
Nachdem die Wurzel getrocknet und gemahlen wurde, wird das Pulver
zunächst mit Wasserdampf und Säuren behandelt, danach werden mit
aluminium- und/oder zinnhaltigen Salzen die färbenden Stoffe ausgefällt.
Die so hergestellten Farbstoffe besitzen, je nachdem, welche färbenden
Bestandteile isoliert wurden, Töne von Orange über Rosa zu Dunkelrot.
Die zur Extraktion verwendete Salzlösung sollte kochend verwendet
werden, jedoch dürfen die Wurzel oder das Krappulver nicht gekocht
werden, da sonst der Lack seinen Glanz verliert und nicht mehr feurig
ist oder sogar braun wird.
Extrahiert man Krappulver zunächst mit verdünnter, dann mit
konzentrierter Schwefelsäure, so erhält man Garancine, welches als
Ausgangsstoff für Krapplacke verwendet werden kann. Ein anderes
Extraktionsverfahren, welches ebenfalls mit Schwefelsäure durchgeführt
wird, und von einer Wärmebehandlung des Auszugs gefolgt wird, ergibt das
sogenannte "Kopp's Purpurin". Kopp's Purpurin enthält hauptsächlich
Purpurin und Pseudopurpurin und liefert bei Fällung mit Alaun einen
schönen roten Lack.
Die wohl berühmtesten Krapplack-Färbeverfahren sind die Türkischrotfärberei und die Adrianopelrotfärberei. Das türkische Verfahren wurde lange Zeit geheimgehalten und erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Frankreich ein eigenes Verfahren zum Färben eines leuchtenden Rots entwickelt.
Es können sowohl Baumwollstoffe als auch Wolle und Seide eingefärbt werden. Je nach der für die Beize verwendeten Ionenart erhält man unterschiedliche Farbtöne: Aluminiumsalze, z.B. Alaun, führen auf Baumwolle zu Rot, Zinnsalze ergeben rotviolette Töne, mit Eisenbeize erhält man violette oder braunviolette Farbtöne. Chromsalze führen ebenfalls zu braunvioletten Tönen. Wolle und Seide werden ebenfalls mit Alaun rotgefärbt, mit Zinnsalzen orange. Verdünnt man das Färbebad, so können auch schöne Rosatöne erzielt werden. Eisen und Chrom führen zu dunklen roten, braunroten oder sogar schwarzen Farbtönen.
Im Gegensatz zu den meisten anderen pflanzlichen Farbstoffen wurde Krapplack nicht nur von Färbern, sondern auch von Kunstmalern sehr geschätzt, weil die Lichtechtheit sehr gut ist. Krapplack kann in Öl- und Leimfarben verwendet werden. Er ist sowohl in Alkalien als auch in Säuren löslich. Auch zur Herstellung von Tinte kann Krapplack verwendet werden.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der echte Krapplack relativ
schnell vom Markt verdrängt, da ein Verfahren zur synthetischen
Herstellung von Alizarin gefunden worden war.
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