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32300 Roter Bolus - Poliment



Bolus besteht aus Tonerde und wasserhaltigen Aluminiumsilikate. Er hat von der Natur aus eine weisse (siehe auch Kaoilin), gelbe, rote (roter Bolus) und graue, seltener eine fast schwarze Farbe.

Der Bolus kam oft aus Armenien, während der gelblic-rote Bolus an der Levante gegraben wurde. Die gelbliche Färbung des Bolus' liegt an den Eisengelbanteilen (Eisenhydroxid, FeO(OH)), während die rote Farbe vom Eisenrot (Eisenoxid, Fe3O3) kommt. Weisser Bolus wurde in Mähren oder Norwegen gegraben und hat seine Farbe vom Magnesiumoxid (MgO).

Unter Poliment versteht man für den Zweck einer Vergoldung aufbereiteten Bolus. Dieser auch oft einfach nur "Goldgrund" genannte Bolus ist gereinigt und geschlämmt, war "fett" und konnte mit oder ohne Bindemittelzusatz angewendet werden. Klassische Pliment-Bindemittel sind tierischer Leim (z.B. Hautleim oder Hasenleim) oder Eikläre. Leimgebundenes Poliment, dessen Bindemittelanteil äusserst wichtig ist, muss warm aufgetragen werden und daher während der Arbeit im Wasserbad aufbewahrt werden. Es gibt allerdings keinen so intensiven Glanz wie das mit Eiklar gebundene Poliment.

Das Poliment ist in verschiedenen Farben (von Weiss, Gelb über Rot zu Schwarz), die sich untereinander mischen lassen, fertig angerührt erhältlich (siehe auch Polimente von LeFranc). Trägt man also das ausgesuchte, farbige Poliment auf, anstatt des roten für die Vergoldung vorgeschriebene, so wird beim weissen Poliment das Gold "kälter", bei schwarzem Poliment "dunkler"). Ähnlich verhält es sich auch bei Silber, das normalerweise mit schwarzem Poliment unterlegt wird. Auch ist es möglich, den Glanz der Vergoldung oder Versilberung nicht nur von der Oberfläche her zu beeinflussen, sondern auch durch den Untergrund. Indem amn sich die verschiedenen Sorten Poliment nach Farbe auswählt, ergibt sich eine, wenn auch kaum sichtbare, Kälte oder Wärme in der darüberliegenden Metallauflage.

Quelle: "Werkstoffe und Techniken der Malerei" (1967) von Kurt Wehlte