
12030 Atramentum, neutraler Tintenstein
Atramentum ist ein besonders tiefschwarzes eisenhaltiges Schwarz. Der Gerbstoff der Eichenrinde reagiert mit Eisensalzen zu einem tiefschwarzen Material, welches kein Eisenoxidschwarz ist.
Dieses Schwarz wird Atramentum oder auch Tintenstein genannt. In wässrigen Bindemitteln entsteht ein dunkles Grau-Schwarz, auf Papier kann eine Zerstörung durch dieses Pigment erfolgen. In Leinöl oder in harzhaltigen Lasuren entwickelt das Atramentum seine unerreichte Tiefe. Die Lichtechtheit ist hervorragend.
Geschichtliches:
Das lateinische Wort für Tinte war im Altertum atramentum (= die Schwärze, von ater = schwarz)
und zwar speziell atramentum librarium oder scriptorium (= Bücher- oder Schreibtinte).
Mit atramentum wurde auch jede andere Art von schwarzer Farbe zum verschidenartigsten Gebrauch bezeichnet.
Häufig wurde auch Russ als atramentum bezeichnet und zwar atramentum tectorium oder pictorium als
Malerschwärze und atramentum sutorium als Schusterschwärze. Schusterschwärze war ein roher,
kupferhaltiger Eisenvitriol den man im Mittelalter Kupferwasser nannte.
Nicht selten aber verstand man unter atramentum kupferhaltige Eisenvitriole verschiedenster Abarten ohne
jeglichen Zusatz.
Am Ende ging der Begriff Schwärze vollkommen verloren. Man fügte den Tinte farbige Minerale zu und gab ihnen ein passendes Beiwort. So finden wir statt für grüne Tinte die Bezeichnung viridamentum oder auch atramentum viride. Im 16. Jahrhundert grüne Vitriol (= Eisenvitriol) genau so bezeichnet. Die rote Tinte bezeichnete man mit rubramentum daneben galt die Bezeichnung atramentum rubrum und rubeum sowohl für rote Tinte als auch für rotgebrannten Vitriol. Ausser atramentum findet man als lateinische Bezeichnung für Tinte noch die Worte encaustum und incaustum. Encaustum ist die ältere Form und stammt ab von dem griechischen das Eingebrannte ab. Die französische Sprache hat ihre Bezeichnungen sowohl von atramentum, als auch von encaustum abgeleitet. Von atramentum stammt das nordfranzösische atrement ab und encaustum das heutige encre.
Quelle: www.tinten-online.de
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