
10120 Bleizinngelb (Typ II), lead-tin yellow (type II)
Chemische Zusammensetzung : Pb(Sn,Si)O3
Dieses Bleizinngelb wird auf einem anderen Wege hergestellt wie das Bleizinngelb (Typ I). Blei- und Zinnoxide werden mit Quarzmehl zu einem gelben Bleikristallglas geschmolzen und zu Pulver gemahlen. Während der Schmelzprozess ganz einfach erfolgt, ist die Mahlung und Siebung des harten Glases nicht ganz einfach.
Bleizinngelb (Typ II) hat einen deutlich wärmeren Farbton wie Bleizinngelb (Typ I)und ist sehr viel weniger deckend.
Damit eignet sich Bleizinngelb (Typ II) für warm-gelbe Lasuren. Der Farbton könnte als Kanariengelb oder auch als Löwenzahngelb bezeichnet werden. Vermutlich wurde Bleizinngelb (Typ II) zuerst entdeckt, es entsteht ganz unproblematisch aus mit Zinn verunreinigtem Blei bei der Bleiglasproduktion.
Bleizinngelb Typ II wurde nicht so häufig als Malerfarbe eingesetzt wie Typ I, hatte aber zwischen
dem 14. bis 16. Jahrhundert in Italien eine
grössere Bedeutung als anderswo in Europa. Insbesondere die Künstler
der florentinischen und venetianischen Schulen (z.B. Giotto, Tintoretto und Veronese)
verwendeten Bleizinngelb Typ II häufig als Tempera- und Ölfarben.
In einem alten italienischen Rezeptbuch (Merrifield 1849) findet man den einzigen Hinweis
für die Produktion von einer gelben Glasschmelze (giallo di vetro).
Das Rezept stammt wahrscheinlich aus Venedig, die damalige Hochburg der Glas- und Keramikherstellung.
Über das Thema der gleichzeitigen Verwendung von Bleizinngelb mit Neapelgelb oder einem möglichen gelben antimonhaltigen Bleizinngelb gibt es momentan weitere Forschungen.
Bleizinngelb enthält Blei und ist giftig!
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