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10060 Ägyptischblau, Calcium-Kupfersilikat



Chemische Zusammensetzung: CaCuSi4O10

Das wichtigste blaue Pigment der Antike ist das sog. Ägyptischblau, welches durch Brennen eines Gemenges aus Kalk, Quarzsand und Kupfererz hergestellt wurde.

Wie der Name sagt, war dieses im alten Ägypten gebräuchlich (bereits in der 4. Dynastie nachweisbar), doch fand man es ebenso in anderen frühen Kulturen im Irak und auf Kreta. Bis in die ersten christlichen Jahrhunderte hinein blieb Ägyptischblau das weitaus am häufigsten verwendete blaue Pigment. Wahrscheinlich während der Völkerwanderungszeit ging die Kenntnis seiner Herstellung verloren. Zu Beginn des 20. Jh. geland es, Ägyptischblau wieder herzustellen; vereinzelt ist es auch als Pompeianischblau in den Handel gekommen.

In der Zusammensetzung hat Ägyptischblau eine gewiss Ähnlichkeit mit den blauen Glasuren auf ägyptischer Fayence; es bildet eine Glasfritte, deren färbender Bestandteil Kupfer ist. Ägyptischblau ist gegen Säuren und Alkalien weitgehend beständig und daher auch für die Verarbeitung mit Kalk geeignet. Es darf, ähnlich wie Smalte, nur grob gestossen werden, da es mit zunehmender Feinheit blasser wird. Mit wässrigen Bindemitteln ergibt es blaue Farbschichten, in Öl - in dem es nur wenig verwendet worden sein dürfte - wirkt es lasierend und erscheint, wegen des starken Tiefenlichtes, dunkel bis schwarz. Ebenso erscheint Ägyptischblau, dass gefirnisst, mit Öl, Harz oder Wachs imprägniert wurde, schwarz.

Quelle: "Reclams Handbuch der künstlerischen Maltechniken Band 1. Hermann Kühn: Farbmaterialien"

Siehe auch: Han-Blau

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