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10000 & 10010 Smalte



Chemische Zusammensetzung : kobalthaltiges Kaliumsilikatglas

Synonyme:
Streublau, Eschel, Zafferblau, Böhmisch- oder Sächsischblau

Smalte ist das älteste bekannte Kobaltpigment und kann als farblich nicht ganz so brillanter Vorläufer des Kobaltblaus angesehen werden. Sie tauchte offensichtlich erstmals in der Mitte des 16. Jahrhunderts auf und spielte eine nicht unwesentliche Rolle in der Malerei des Barock, vor allem, wenn es um die Darstellung von Luft ging.

Schon bei den alten Ägyptern wurde kobalthaltiges Glas in Pulver vermahlen als Pigment verwendet. Im Mittelalter ist mit der Glasherstellung in Venedig auch die Blauglasherstellung verbunden. Im Sachsen des 16. Jahrhunderts hatte der sächsische Kurfürst fast ein mitteleuropäisches Monopol von Smalte. Dies führte zu einer besonders häufigen Verwendung von Smalte im Bereich der jungen protestantischen Reformation. Bei der Papiererstellung kam Smalte früher als "Weissmacher" zum Einsatz, was allerdings mittlerweile mit Hilfe von Ultramarinpigmenten geschieht. Andere früher auch benutzte Namen für Smalte sin Eschel oder Zaffer. Zaffer ist jedoch eigentlich die Bezeichnung für ein aus Speiss und Glanzkobalt entstehendes Zwischenprodukt bei der Smalteherstellung.

Wir stellen Smalte heute durch eine berechnete Mischung aus Kobaltsalzen mit einem Glasversatz, bei etwa 1150° C her. Die Glassmasse geht dann wie ein Kuchen auf. Das geschmolzene Glas wird abgeschreckt und zu Pulver vermahlen. Historische Smalten enthielten häufig neben Kobalt noch giftige Beinmischungen wie Arsen und Antimon, welche de Farbton etwas verändern Können.

Bei diesem Pigment handelt es sich im Prinzip um ein intensiv tiefblau gefärbtes Kobaltglas. Je feiner es zermahlen wird, umso blasser fällt der Farbton aus. Durch Zusatz von Öl und/oder Harzlösung wird dies zum Teil wieder ausgeglichen. Smalte ist im Prinzip für jede Technik geeignet, wenngleich das Anreiben der Farbe einige Mühe bereitet. Ein weiterer Vorzug liegt in der den allermeisten Kobaltpigmenten eigenen Beständigkeit!

Neben einer Verwendung im Restaurierungsbereich wird Smalte auch heute noch vor allem als Glasurpigment in keramischen Techniken, beim Emaillieren und in der Glasmalerei verwendet.

Wer Wert auf bestimmte stoffliche Wirkungen legt, für den lohnt sich in jedem Fall eine Anwendung in den unterschiedlichen Techniken der Malerei. Da es sich hier jedoch um eine sogenannte Glasfritte handelt, welche mit Kobalt aufgefärbt ist, kann nicht dieselbe Intensität, wie man sie von modernen Kobaltblautönen gewohnt ist, erwartet werden.

Die Haltbarkeit von Smalte als Pigment in verschiedenen Bindemitteln hängt von der Qualität des Glasversatzes ab. Unsere farbigen Glasmehle (Bestell-Nr. 57300-57500) stellen minderwertige kobaltarme Smalten dar.

Weitere historische Gläser sind Ägyptiscblau, Han-Blau und Bleizinngelb Typ II.

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